2009-03:(Alp-)Traum Jukss

Aus grünes blatt
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(Alp-)Traum Jukss – Brennt der Jukss Menschen aus?

Bisher brechen jedes Jahr Menschen aus der Organisationsgruppe des Jugendumweltkongresses (kurz: Jukss) wegen Überlastung zusammen. Da es auch dieses Mal, bei der Organisation des Jukss zum Jahreswechsel 2009/2010 in Elmshorn, nicht anders war, hat die diesjährige Gruppe eine Supervisorin eingeladen. Am 28.12.09 gab es einen Workshop zum Thema Struktur der Selbstorganisation in linken Zusammenhängen und vor allem beim Jukss.

Die Teilnehmenden haben beschlossen, sich mit der Frage zu beschäftigen, ob der Jukss so existenzfähig ist bzw. wie er es werden kann. Das heißt: ohne Burnouts und Überlastungen in der Orgagruppe, mit einer hierarchieabbauenden und tatsächlich herrschaftsfreien Organisationsstruktur, die sich weiterentwickelt. Hin zu einer gerechten Verteilung von notwendiger Arbeit und auch von Verantwortung.

Doch wie kommt es zum Burnout?

Neben vielen Detailproblemen gibt es einen Zyklus, der sich jedes Jahr wiederholt. Am Anfang des Jahres gibt es relativ viele motivierte Jukssis, die sich an der Organisation des nächstjährigen beteiligen wollen. Begeisterte Stimmen von Menschen, die den Jukss unglaublich toll fanden, geben der Orgagruppe sehr viel Anerkennung für ihre Arbeit. Gleichzeitig ist der Anfang des Jahres die Zeit, in der am wenigsten zu tun ist. Insbesondere, da die Finanzabrechnung des vorangegangenen Juksses sowie die neuen Finanzanträge meist von Mitgliedern des vorigen Orgateams erledigt werden, weil extrem viel Wissen dafür nötig ist und die Einarbeitung von Neulingen länger dauert als die Fristen es zulassen.

Ab Sommer gibt es immer mehr konkrete Arbeit, die mit weniger und zum Teil ohne besondere Vorkenntnisse erledigt werden kann. Anerkennung für das Engagement und Unterstützung bekommt die Orgagruppe in dieser Phase jedoch fast gar nicht mehr, denn im Sommer denkt niemand an Silvester. Gleichzeitig bröckeln auch nach und nach über das gesamte Jahr Orga-Interessierte weg. Denn der Jukss scheint weit in der Ferne und es gibt so viel außerhalb der Jukssorga zu tun. Privates wie Politisches. Im November und Dezember, der arbeitsreichsten Phase der Jukss-Organisaton, sind dann kaum noch Menschen in der Orgagruppe, denn spätestens im August hat das Grüppchen sich auf drei bis fünf Menschlein reduziert. Das sind genau diejenigen, die am Ende häufig ausgebrannt sind. Wegen der vielen Arbeit ist es nicht möglich, sich auf Orgatreffen ausgiebig mit den sozialen Beziehungen oder emotionalen Nöten zu beschäftigen. Da oft auch kaum Zeit mehr bleibt, sich um Freundschaften oder soziale Kontakte zu kümmern, kann das auch außerhalb schlecht aufgefangen werden.

Um diesen Zyklus zu durchbrechen, wurden drei Ideen entwickelt.

Da die Hauptarbeit ab Sommer auftritt, kam der Gedanke, einen Mini-Sommerjukss (ohne großen Aufwand, aber bevor die Schulen in die Sommerpause gehen) zu veranstalten, um den Jukss im Winter zu organisieren. So könnte vielleicht das Motivationsloch und der Orga-Schwund aufgefangen werden. Auf dem Mini-Sommerjukss würden dann keine Workshops stattfinden, sondern die Organisierung des Winter-Jukss im Vordergrund stehen.

Als zweite Idee wäre es (darauf aufbauend) möglich, den Zyklus der Orga zu verschieben, indem Neu-Interessierte erst zum Sommer eingeladen und nach dem nächsten Sommer entlassen werden. Dann würde es für das neue Orgateam bis zum Winter nur um die technische Planung und Durchführung gehen (Finanzen, Schulsuche, Inhaltliche Ausrichtung und Struktur würden von der "alten" Jukssorga schon grob vorgegeben). Erst im Frühling (nachdem die neue Orgagruppe Erfahrung gesammelt hat) würde sie sich mit der inhaltlichen und strukturellen Vorbereitung des nächsten Jukss beschäftigen. Dadurch wird es möglich, den angenehmen Teil der Arbeit genau zum Zeitpunkt der größten Anerkennung zu erledigen, und so (hoffentlich) mit einem guten Gefühl mit der Jukss Orga abzuschließen. Darüber hinaus können so auch eher negative Erfahrungen positiv für den Folge-Jukss umgesetzt werden.

Die dritte Idee besteht in einer Art 3-Tage-VorJukss. In den ersten drei Tagen des Jukss würden dann explizit keine Workshops stattfinden, sondern nur eine Beschäftigung damit, was der Jukss sein will und wie das umgesetzt wird. Also eine Zeit der Strukturierung und Vorbereitung der Selbstorganisation.

Diese drei Ansätze müssten noch etwas ausgebaut werden, aber wir hoffen, dass sich so vielleicht etwas verbessert und wir tatsächlich einem Traum-Jukss näherkommen.

Anna und der Maria (plus Ideen aus der Orga und der Supervision)

Internetseite: jukss.org