2009-02:Anschläge auf Öl-Pipelines in Kanada

Aus grünes blatt
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Ölpumpen in Saskatchewan nahe der Grenze zu Alberta (Kanada)
Kompressorstation am Highway nach Fort McMurray
Shell-Upgrader (Ölindustrie) in Fort Saskatchewan / Alberta
Hochdruck-Ölpipeline am Highway nach Fort McMurray

Anschläge auf Öl-Pipelines in Kanada

fb In British Columbia (BC) und Alberta (AB), zwei kanadischen Provinzen, boomt die Ölindustrie seit einigen Jahren. Fast überall sind die Öl- und Erdgas-Förderanlagen zu sehen: Viele Äcker sind gespickt von Ölpumpen und Gasspeichern, weil die landwirtschaftliche Produktion zu wenig Gewinne bringt und die Bauern durch die Verpachtung von Flächen an die Ölindustrie einen guten Zusatzverdienst machen können. Hinzu kommen die unvermeidlichen Öl- und Gaspipelines, Raffinerien, Upgrader und andere dreckige industrielle Anlagen zur Verarbeitung und Veredlung des Rohöls. Im Norden Albertas befinden sich außerdem die "Tar Sands", die Teersande, die als sogenanntes "unkonventionelles Öl" immer mehr an Bedeutung gewinnen.

Seit einiger Zeit sorgen in British Columbia, einer kanadischen Provinz an der Westküste, Anschläge und Drohungen gegen Nordamerikas größtes Erdgas-Unternehmen "EnCana" für Unruhe. Der folgende Artikel ist eine Übersetzung aus der Zeitschrift "VUE WEEKLY" aus der Hauptstadt Albertas.

Pipeline-Bombenanschläge in British Columbia

Anwohner der Peace River-Region bezeichnen die Gas-Entwicklungen als "einen Tsunami", während die Deadline der Saboteure näher rückt.

von Chris Arsenault
Die Peace River-Region, ein raues Grenzgebiet an der Landesgrenze zwischen Alberta und British Columbia, ist alles andere als friedlich in diesen Tagen. Einst eine ruhige Rinder- und Raps-Landschaft, befindet sich das Gebiet heute mitten in einem massiven Umwandlungsprozess, angetrieben von gewaltigen unkonventionellen Erdgas-Reserven, die etwa zwei Kilometer unter der Erdoberfläche liegen. Und seit Oktober 2008 hat jemand in kontrollierten Sabotageakten sechs Erdgas-Pipelines in die Luft gejagt, die von EnCana, Nordamerikas größtem Erdgas-Unternehmen, betrieben werden.

In Wild West-Manier bietet EnCana nun ein Kopfgeld über 1 Million Dollar für Informationen an, die zur Verurteilung führen. Es ist wahrscheinlich die größte Belohnung in der Geschichte Kanadas (das RCMP - Royal Canadian Mounted Police - bot die selbe Summe für die Jagd auf diejenigen, die Air India hochjagten und dabei 329 Menschen töteten).

Das "Integrated National Security Enforcement Team" (INSET), eine Mischung aus hohen Vertretern der Exekutive, die mit der Untersuchung der Attacken beauftragt sind, hat 250 Beamte in die Region gesendet, die sechs Stunden von Edmonton gelegen ist. Die Kräfte umfassen maskierte Männer mit leistungsstarken Maschinengewehren, die von lokalen Anwohnern in den Wäldern entdeckt wurden, und einen Heckenschützen, der direkt aus Afghanistan zurückgeholt wurde. INSET betitelt die Sabotage als "Öko-Terrorismus", obwohl niemand verletzt wurde.

Der Bombenleger sieht das anscheinend anders: "Macht das Land bis zum letzten Stück zu dem was es war, bevor ihr kamt ... bevor die Dinge sehr viel schlechter für euch und eure terroristischen Kumpels in der Öl- und Gas-Industrie werden", schrieb der angebliche Bombenleger in einem Brief vom 15. Juli, der an die "Dawson Creek Daily News" gesandt worden war. Der schlecht gedruckte, handgeschriebene Brief forderte EnCana auf, seine Aktivitäten in der Gegend einzustellen. Er versprach außerdem die Anschläge für eine drei-Monate-Frist auszusetzen, damit "wir alle Sommerurlaub machen können", was bedeutet, dass die Anschläge wieder losgehen könnten, da die 15. Oktober-Deadline näher rückt.

Auf einer Pressekonferenz im Juli bezichtigte die Polizei den Saboteur der "Terrorisierung der Gemeinden von Pouce Coupe und Dawson Creek". Aber der Bürgermeister von Pouce Coupe, einem Dorf mit 749 Einwohnern im Epizentrum der Peace River Gasaktivitäten, sieht das nicht so. "Ich habe die Anschläge mit einigen Pipeline-Arbeitern diskutiert", sagt Bürgermeister Lyman Clark, ein lautstarker Unterstützer der Gasindustrie, während eines Interviews im Büro der Gemeinde. "Einer teilte mir ganz offen mit: 'Ich habe mehr Angst vor den Bären'."

Trotz niedriger Erdgaspreise setzen sich die Bohraktivitäten in einem nahezu hektischen Tempo auf der BC-Seite der Grenze fort, wie Bürgermeister Clark es ausdrückt, "Die ganze Gegend ist gerade in einem Boom, im Gegensatz zum Rest der Weltwirtschaft." Glänzend neue Pickups säumen die Straßen von Dawson Creek nach Fort St. John. Seit dem Jahr 2000 haben Unternehmen mehr als 10.000 Öl- und Gaspumpen in der Gegend errichtet und 2008 nahm die Regierung von British Columbia mehr als 3,6 Milliarden Dollar aus dem Verkauf von Bohrrechten und dem Einziehen von Lizenzgebühren ein. Und der Boom zeigt keine Zeichen von Verlangsamung, denn die Unternehmen konkurrieren sogar bei den aktuellen Preisen, von denen Analysten nicht glauben, dass sie unendlich lange niedrig bleiben werden, um Rohstoffrechte.

Doch da die Gasleitungen sich in die Rapsfelder hineinschneiden, die Unternehmen giftige Chemikalien abfackeln, die den Nachthimmel mit einem unheimlichen Schein erleuchten, und Lastwagen Staub auf vorher ruhigen unbefestigten Straßen aufwirbeln, sagen einige lokale Anwohner, dass die erhöhte Produktion auf ihre Kosten geht.

"Das Tempo der Entwicklungen traf uns wie ein Tsunami", sagt Tim Ewert, ein Biobauer, der nahe Tomslake lebt, im Herzen des Sabotage-Gebiets. "Wir haben an einem Tag 82 Lastwagen gezählt, die das Haus bis Mittag passierten", sagt Woody Ewert, Tims Sohn, als er gerade vom Pflügen der Felder in das Farmhaus kommt. "Die Menge von Staub, die der Verkehr auf unserem Schotterweg verursacht, ist unglaublich. Unser Rasen sieht dann aus als wären wir in einer Nebelbank, aber es ist nur Staub."

Dagegen sagt Brian Lieverse, ein Sprecher von EnCana, dem größten Hauptakteur der Region und bisher das einzige Ziel der Anschläge, dass sein Unternehmen hart daran arbeitet ein guter Nachbar zu sein. Die Gesellschaft habe ein Programm, genannt "Höflichkeitsangelegenheiten", das von Auftragnehmern erwartet weniger als 50 km/h zu fahren, um Staub und Lärm zu reduzieren.

"Da, wo wir sehr viel regulären Verkehr haben, schütten wir Kalzium auf die Straßen, um den Staub zu reduzieren", fügt Lieverse während des Interviews in einem dürftigen Sitzungsraum im Dawson Creeker Außenbüro des Unternehmens hinzu. "Wir versuchen Fahrten von Sattelschleppern und große Mengen Verkehr zu vermeiden, wenn Schulbusse ihre Kinder einsammeln." Das Unternehmen, fügt er hinzu, unterstützt außerdem eine Anzahl von Wohlfahrtsprojekten in der Peace River-Region.

Während Tim Ewert zustimmt, dass EnCana versucht Staub und andere oberflächliche Probleme zu lindern, sagt er, dass alle Unternehmen, die der Gegend Gas entnehmen, daran gescheitert sind die größeren Umweltprobleme zu behandeln.

"Es hat niemals irgendwelche Grundlagenstudien über Luft oder Wasser gegeben. Sie haben nie geprüft, welche Größe oder Tiefe die lokalen Grundwasserströme haben, bevor sie mit dem gesamten Bohrprogramm begannen", sagt Tim Ewerts, als wir heißen Kaffee frisch vom Herd an seinem Küchentisch schlürfen. Ewert sorgt sich, dass die Gesamtauswirkungen des Gasbooms die lokale Wasserversorgung schädigen und gesundheitsschädliche Luftverschmutzung verursachen oder Schwefelrückstände auf seinen Feldern hinterlassen könnten.

"Die Gasanlagen fackeln 24 Stunden, sieben Tage die Woche", sagt Peter Kut, ein Ratsmitglied der Gemeinde Pouce Coupe. "Das besorgt einige Leute zusätzlich. Sie wissen nicht, welche giftigen Stoffe von der Verbrennung kommen."

Viel Erdgas der Region ist Sauergas, das Schwefelwasserstoff enthält, ein "hochgiftiges Gas", das der US-amerikanischen "Agency for Toxic Substances and Diseases Registry" zufolge innerhalb weniger Atemzüge den Tod verursachen kann.

Der Einzug der Industrie auf zuvor unberührtes Land "verändert unsere Lebensweise, Jagd, Fallenstellerei, Beerensammeln und sogar das Zelten", sagt Cliff Calliou, erblicher Häuptling der Kelly Lake First Nation, einer indigenen Gemeinde mit etwa 500 Einwohnern, die eine 30-Minuten-Fahrt von den Sabotageorten entfernt liegt.

Nach den ersten Anschlägen im Herbst 2008 spekulierten Polizei und Medien ohne Anhaltspunkte, die dies untermauern würden, der Bombenleger käme von Kelly Lake. Häuptling Calliou nannte die Polizeiaktivitäten in seiner Gemeinde eine "Hexenjagd".

"Sie [die Polizei] warfen ohne Anklage zwei Leute ins Gefängnis", sagt Häuptling Calliou während eines Interviews im Gemeindezentrum von Kelly Lake. Zusätzlich zu der ungerechtfertigten Einsperrung von Anwohnern von Kelly Lake hatte die Polizei außerdem die 76jährige Regina Mortensen, eine Großmutter, die sich gerade von einer Hüftoperation erholte, der Sabotage an den Pipelines beschuldigt.

Die Kelly Lake First Nation, die traditionelle Regierungsstrukturen außerhalb des "Indian Act"[1] bewahrt hat, hat ihr traditionelles Land nicht mittels eines Vertrages abgegeben (im Gegensatz zu vielen anderen First Nations, denen mittels sogenannter "Treaties" - Landraubverträge - ihre Landrechte genommen wurden). Trotz des Ressourcenreichtums der Gegend handelt es sich bei vielen Häusern in Kelly Lake um baufällige Wohnwägen. Indigene sagen, dass das Gas von nicht abgetretenem Land gestolen wurde, und haben Anspruch auf 5,2 Milliarden Dollar zur Entschädigung angemeldet.

Die meisten Leute, die nahe der sabotierten Anlagen leben, sind nicht grundsätzlich gegen die Ölgewinnung. Vielmehr sagen sie, dass die Vorschriften Unternehmen gegenüber Landeigentümern und Umwelt bevorzugt behandeln. Die Unternehmen mit ihren Teams aus Anwälten, Ingenieuren und Experten verstehen die Vorschriften oft besser als die Landesregierungen mit ihren leeren Kassen, die für die Überwachung der Ölgewinnung zuständig sind.

Ken und Loretta Vause haben in den letzten 30 Jahren nahe Dawson Creek Landwirtschaft betrieben, Getreide und Raps angebaut, und Weideland bewirtschaftet. "Wir haben drei Gas-Pachtverträge auf unserem Land und eine Pipeline", sagt Ken Vause, der früher für die Ölindustrie gearbeitet hat, als wir an seinem Küchentisch plaudern.

Die Vauses sagen, dass sie mit der Industrie bis zur letzten Verhandlungsrunde, die die erste seit dem erst im beginnenden 21. Jahrhundert richtig in Schwung gekommenen Gasboom in BC war, "nie ein Problem hatten".

"Ein 'Land Agent' kam her für eine Stunde, er zeigte uns keinerlei Pläne, wo die neue Pipeline langgehen würde", erinnert sich Ken. In BC müssen 'Land Agents' (die Leute, die Gasunternehmen in Verhandlungen mit Farmern vertreten), anders als in Alberta, nicht registriert sein - eine Situation, die, wie Farmer sagen, zu allen Arten von Missbrauch führt. In früheren Begegnungen mit Gasunternehmen hatten die Vauses es immer geschafft Absprachen für Pipeline-Strecken und Ersatzansprüche auszuhandeln. Aber nicht im heutigen boomenden BC: Die Pipeline zerschnitt letztlich ein aktiv bewirtschaftetes Feld. Der Land Agent, ein früherer RCMP-Beamter, reichte Unterlagen beim "Mediation and Arbitration Board" (MAB) ein, der Körperschaft der Provinz, die für die Regelung von Streitigkeiten zuständig ist, ohne jemals zu erklären, wo die Pipeline überhaupt langlaufen wird, sagt Vause.

Die Vauses betrachten das MAB, wie viele andere Farmer, als ein Standgericht, das Gasunternehmen auf Kosten der Farmer bevorzugt. Als der Land Agent, der das in Calgary ansässige Unternehmen "Spectra Energy" vertrat, dem MAB die Papiere einreichte, heuerten die Vauses einen Anwalt an und fuhren nach Grand Prairie in das Anwaltsbüro für eine Telefonkonferenz mit Vertretern von Spectra und dem MAB.

"In der Telefonkonferenz stellte sich jeder vor", erinnert sich Vause. "Als der Vertreter von Spectra sich vorstellte, sagte der Mediator [vom MAB], 'Oh, wie geht es dir Brian? Wir haben uns schon eine Weile nicht mehr unterhalten.' Der Mediator kannte ihn persönlich. Da hast du keine Chance."

Mit dieser Pipeline, die sie hierher setzen, stecke ich für immer in der Haftung", führt Vause fort. "Ich habe nie ein Papier oder irgendwas unterschrieben, aber ich bin trotzdem haftbar. Wenn ich drüberfahre und sie beschädige, bin ich verantwortlich."

Die Vauses erhielten 19.000 Dollar von Spectra als Schadensersatz für die Beeinträchtigung des Landes, was nicht einmal die Hälfte ihrer rechtlichen Kosten abdeckte. Tom Flanagan, ein Professor für Politikwissenschaften an der Universität von Calgary, stimmt den Farmern zu, die die Vorschriften unfair finden, und sagt, dass dies zu Feindseligkeiten gegen die Industrie in der Gegend führt.

"Vielleicht wäre ein Teil der Antwort [zum Umgang mit der Sabotage], die Gesetzgebung für Unternehmen so zu verändern, dass größere Entschädigungen für Inhaber von Bodenrechten gezahlt werden", schlägt Flanagan vor.

Gesetze weniger vorteilhaft für Ölunternehmen zu machen ist nicht einfach, besonders für Provinzen, die zunehmend abhängig von Petroleum-Einkünften sind. Ein Artikel im "Journal of Environmental Management" argumentiert, dass Alberta eine "1. Welt Gerichtsbarkeit" mit einer "3. Welt Analogie" in seinen laxen Umwelt- und politischen Vorschriften gegenüber der Ölindustrie sei. Farmer der Gegend sagen, BC sei sogar schlimmer als Alberta, was erklären könnte, warum sich Ölförderanlagen in Rekordzahlen über die Grenze von Alberta nach BC bewegen.

"Die Regierung von BC hat einige ausgezeichnete Programme zur Anregung ihrer Wirtschaft und der Öl- und Gasaktivitäten in der Gegend", so Brian Lieverse von EnCada.

Aber Kritiker der gegenwärtigen Regelungen sagen, dass Gasunternehmen politische Unterstützung auf eigene Kosten kaufen können. EnCana zum Beispiel hat zwischen 2005 und 2008 255.470 Dollar an die regierenden Liberalen in BC gespendet. Die Liberalen haben im Gegenzug Gelder aus der Wirtschaftsförderung verwendet, um Straßen und andere Infrastruktur zu bauen, die primär die Gasförderung in der Region ermöglichen.

In einem Dutzend Interviews unterstützte nicht einer der Einwohner von Peace River (einschließlich der scharfen Kritiker der Ölindustrie) die Anschläge, aber einige sind glücklich, dass ihre Beschwerden letztlich wahrgenommen werden.

"Ich dulde nicht, was diese Person [der Bombenleger] macht", sagt Rick Koechl, ein Mittelschule-Lehrer, der etwa 40 Minuten von den Anschlagsorten entfernt lebt und ein Aktivist ist, der sich dafür einsetzt, dass Sauergas-Förderanlagen mindestens einen Kilometer entfernt von Häusern und Schulen verlegt werden müssen, "aber zumindest bringt es Aufmerksamkeit für die Situation hier. Wir hatten Rechtsschutz-Organisationen, die uns in diesem Kampf geholfen haben, aber das ist nicht sehr sexy, oder?"

Die Anschläge im Nordosten von BC sind nicht der erste Fall hochkarätiger Sabotage gegen die kanadischen Erdgas-Pipelines. Ein Gericht in Alberta verurteilte am 20. April 2000 Wiebo Ludwig, einen wohlbekannten Farmer und Prediger, wegen der Bombenanschläge auf Gasförderanlagen, die Eigentum von Alberta Energy Co. Ltd. (AEC) waren - einem Unternehmen, das 2002 mit PanCanadian zu EnCana fusioniert ist. Ludwig behauptete, dass seine Frau eine Fehlgeburt hatte, weil sie dem Sauergas ausgesetzt war. Während ihrer Ermittlungen gegen Ludwig und seine Komplizen, gab die Polizei zu, selbst eine Gasförderanlage hochgejagt zu haben, um Glaubwürdigkeit für einen Informanten zu erreichen. EnCana-Vertreter weigerten sich zu kommentieren, was das Unternehmen, wenn überhaupt, aus der Ludwig-Geschichte gelernt hat.

Während die 15. Oktober-Deadline für die Wiederaufnahme der Attacken näher rückt, rückt Ludwig wieder ins Rampenlicht, dieses Mal mit einem Offenen Brief an den Bombenleger, in dem er ihn oder sie bittet, die Anschläge zu beenden. Die Sabotage-Kampagne hat "wertvolle Diskussionen" über die Gefahren des ungehemmten Ausbaus der Petroleum-Industrie angeregt, schrieb Ludwig, aber er drängte den Bombenleger zu "erkennen, dass diese Konflikte letztlich nicht durch Einsatz von Gewalt, sondern durch fundierte und geduldige Überzeugungsarbeit beigelegt werden können."

Aber während die Versuche zu überzeugen fortgesetzt werden, gehen die Profite aus dem Gas der Region in den Bau der Türme von Calgary und Vancouver und füllen die Kassen der Provinz in Victoria. Während Ölarbeiter auf der Suche nach gut bezahlten Jobs als Lastwagenfahrer, Pipeline-Arbeiter, Inspektoren und Techniker in den Nordosten von BC ziehen, sagt June Volz, dass diejenigen, die einen Bezug zum Land haben, vom gegenwärtigen Boom kaputtgemacht werden.

Volz hat in der Region seit Jahrzehnten Landwirtschaft betrieben und hat keine wesentlichen Beschwerden an die Gasindustrie - die Mieteinnahmen von den Pipelines ermöglichen ihr immerhin ihre Kinder zur Universität zu schicken. Aber Volz sagt, der respektvolle Ton, der den Umgang zwischen Industrie und Anwohnern durch die 1980er und '90er bestimmte, hat sich verändert seit der Boom begann.

"[Mit den Ölunternehmen zu verhandeln] war fast ein bisschen lustig. Sie machten ein Angebot und du würdest vor oder zurück gehen. Und es war immer mit Respekt", sagt Volz während wir am Eistee nippen. "[Jetzt] gibt es einen hohen Grad an Arroganz seitens der Unternehmen."

Auf die Frage, was die Beziehung verdirbt, hält Volz für eine Minute inne bevor sie sagt: "Ich denke das sie [Gasunternehmen] eine Menge Unterstützung von der Regierung bekommen. Die Ölindustrie und die Regierung sitzen zu Tisch und die Farmer suchen unten nach Brotkrümeln." [Kommentar: Sagt das nicht alles?]


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