2005-02:AAP Neue Tierrechtskampagne

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AAP Neue Tierrechtskampagne

svo Ein Stencil-Grafitti prangt an einem Thomas-Cook-Reisebüro in Nijmegen, in Italien gibt es Demos und in Berlin wird sogar eine Topfpflanze entführt: Die Allied Primate Campaigns (APC) - in Deutschland die Aktion zur Abschaffung des Primatenhandels (AAP) - agiert international.

Ziel der Kampagne ist es, den Handel mit Versuchsaffen zu bekämpfen. In Mauritius, dem Land mit den meisten für die europäische Tierversuchsindustrie wichtigen Lieferanten wild gefangener Affen, soll ein Gesetz beschlossen werden, dass diesen Handel verbietet. Um die Regierung des Inselstaates unter Druck zu setzen, hat es die Kampagne auf eine andere wichtige Einnahmequelle des Landes abgesehen: Den Tourismus.

Die Reisekette Thomas Cook verkauft in Europa die meisten Urlaubsreisen nach Mauritius. Nicht mehr lange, wenn es nach den Aktivisti der Kampagne geht. Laut Thomas Cook reist nicht einmal jeder tausendste Kunde nach Mauritius, für den Konzern wäre es kaum ein Verlust, Mauritius aus dem Katalog zu streichen, die Regierung des Landes würde aber zur Überlegung gezwungen, ob zur Aufrechterhaltung der Einnahmen aus dem Tourismus ein Verbot der Versuchstierexporte in Frage käme. Doch der Urlaubskonzern lehnt - obwohl er angibt, ethische und ökologische Grundsätze zu berücksichtigen - eine Verantwortung für den Primatenhandel ab. Dabei steht auch der Konzern indirekt in einer geschäftlichen Beziehung zu den Affenhändlern. Nicht wenige Hotels aus dem aktuellen Thomas Cook Reisekatalog gehören zu den Unter-Firmen der CIEL-Group, einem Wirtschaftskonsortium, das auch Eigner von Noveprim Ltd., dem Betreiber der Primatenstationen und Geldgeber der Affenfänger, ist.

Ob die Kampagne Erfolg haben wird, steht noch in den Sternen, aber auf kreative Aktionen aus dem Umfeld der Kampagne dürfen wir gespannt sein.