2019-01:Spendenaufruf zum Fundraising-Training für politische Projekte

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Spendenaufruf zum Fundraising-Training für politische Projekte

fb Dieser Aufruf soll dazu beitragen, dass das Fundraising-Training für politische Projekte zukünftig wieder / weiter eine niedrigschwellige Möglichkeit für politisch Aktive und Engagierte zur Kompetenzbildung und Selbstermächtigung sein kann, indem unabhängig von Einkommen oder finanziellen Reserven insbesondere Menschen ohne große Erfahrungen bei der Beschaffung von Geldern für ihre Projekte und Ideen lernen, wie sie Förderanträge stellen und ihre Visionen Wirklichkeit werden lassen können.

Seit mehr als zehn Jahren bieten wir mit dem Fundraising-Training für politische Projekte Menschen aus dem ökologisch-aktivistischen, antirassistischen und anderen emanzipatorischen Politikfeldern diese Möglichkeit. Dabei haben wir unsere Methoden und das Trainingskonzept immer weiter entwickelt und zu optimieren versucht, wobei unsere eigenen Erfahrungen mit den Seminaren, aber insbesondere auch das - wenn manchmal in seiner Vielfalt auch widersprüchliche - Feedback der Teilnehmer*innen eingeflossen sind. So entstand das zehntägige intensive Programm, das nicht nur Theoriewissen vermittelt, sondern insbesondere auf die praktische Erprobung und konkrete Anwendung bei einem eigenen - echten - Projektantrag setzt.

Während in den Anfängen vor allem junge Aktivist*innen, die oft noch gar keine Erfahrungen mit Zuschüssen oder Fördermitteln hatten und selbst auch kaum Mittel, um einen Teilnahmebeitrag entrichten zu können, die Teilnehmer*innen der Trainings ausmachten, sind es in den letzten Jahren vielmehr bereits in Ansätzen oder sogar schon ziemlich erfahrene Politengagierte gewesen, die sicherlich nicht reich sind, aber sich Weiterbildung leisten können und wollen. Die Zahl derer, denen wir ohne Kostendruck die Aneignung der Fähigkeiten Mittel für idealistische Projekte zu beschaffen ermöglichen wollten, die weniger erfahrenen und ohne eigene Mittel agierenden Leute, machen nun nur einen kleinen Anteil aus. Das finden wir schade, weil wir insbesondere diese fördern wollen.

Einen Grund sehen wir darin, dass sich das Fundraising-Training als Möglichkeit Kompetenzen bei der Organisierung von Geldern für politische Projekte zu erlangen in "etablierteren" Politkreisen herumgesprochen hat, was manchmal auch mit aus unserer Sicht als Coachs der Trainings unpassenden Erwartungen hinsichtlich des Finanzvolumens der hier bearbeiteten Projektanträge einhergeht. Sicherlich zeigt die Erfahrung, dass es möglich ist ein paar Zehntausend Euro für ein größeres Projektvorhaben im Rahmen des Fundraising-Trainings einzuwerben. Wenn ein oder zwei Teilnehmer*innen solche großen Anträge bearbeiten wollen, ist das für uns okay, aber sprengt doch den zeitlichen Rahmen des Trainings (für eine optimale Begleitung solcher Projektgrößen einschließlich Theorieteilen reichen zehn Tage einfach nicht aus); solche Anträge werden oft nicht fertig und können von uns in diesem Rahmen nicht optimal begleitet werden. Wir wollen das Training gern wieder auch attraktiver für Aktivist*innen mit "kleineren" Vorstellungen machen, denn Projektanträge über einige wenige Tausend Euro, oder auch nur einige Hundert, bieten einfach besseres Potenzial für einen effektiven Lernerfolg.

Mit dem Fundraising-Training wollen wir als Veranstalter*innen aber auch nicht "Verlust" machen, d.h. wir finden, dass die Seminare sich selbst tragen sollen, denn sie befähigen die Teilnehmer*innen ja dazu, zukünftig leichter Finanzmittel zu organisieren. Die Politstrukturen, die das Fundraising-Training tragen, sollen ihre Ressourcen nicht in die Finanzierung dieser Veranstaltung stecken müssen, sondern weiterhin für inhaltliche Themen Kapazitäten haben. - Das Fundraising-Training ist nach unserer Erfahrung in unseren Kreisen das einzige Weiterbildungsangebot, das immer ausgebucht ist, während inhaltliche Themen nur von Wenigen genutzt werden, weswegen wir dort möglichst ohne Teilnahmebeiträge auskommen wollen. Diese Ressourcen wollen wir nicht für die Finanzierung des Fundraising-Trainings verwenden müssen.

Daher ist die Ansage an unsere Trainingsteilnehmer*innen immer, dass es keine vorgegebenen Teilnahmebeiträge gibt, aber dass wir uns wünschen, dass die Beiträge insgesamt die Kosten decken. Somit besteht in der Theorie für Jed*e die Möglichkeit auch ohne Geld teilzunehmen, aber das alles funktioniert nur, wenn Andere, die es können, solidarischer sind und deutlich mehr als den Durchschnittsbeitrag zahlen. Das funktioniert am Anfang des Trainings meist nur mäßig, weil die Selbsteinschätzung linker Aktivist*innen oft ist, dass sie selbst nicht viel Geldmittel haben - was sicherlich nicht falsch ist. Jedenfalls entsteht so dann Druck, doch noch mehr Geld zusammenzukratzen, damit das Training keinen Verlust macht. Den Druck verspüren alle, aber am belastendsten ist er für die, die praktisch über (fast) kein Geld verfügen, sich aber in der Gruppendynamik schnell gedrängt fühlen, doch noch mehr geben zu sollen.

Dem wollen wir entgegenwirken, indem ein spendenbasierter Puffer für den Notfall aufgebaut wird, auf den zurückgegriffen werden kann, wenn die selbstbestimmten Teilnahmebeiträge nicht zusammen kommen - und der explizit dazu dienen soll, den Druck auf diejenigen mit den geringsten finanziellen Mitteln zu reduzieren.

Vor etwa einem Jahr haben wir zum ersten Mal einen solchen Aufruf an die Interessent*innen und ehemaligen Teilnehmer*innen des Fundraising-Trainings für politische Projekte verschickt. Im Ergebnis kamen Spenden in Höhe von 380 EUR zusammen. Bei dem darauf folgenden Training in diesem Jahr waren wir fast gezwungen dieses Geld gleich wieder auszugeben. Glücklicherweise erreichten uns im Nachgang noch einzelne Einzahlungen, die die Kosten dieses Seminars letztlich deckten. Die Wichtigkeit dieses Puffers hat sich aber hierdurch bereits gezeigt. Allerdings sind die bislang eingegangenen Spenden nur ein Bruchteil der entstehenden Ausgaben (Hauskosten, Fahrtkosten der Helfer*innen, Nahrungsmittel und Materialkosten). Wir sind also auf eure solidarische Unterstützung angewiesen, um das Ziel zu erreichen, das Fundraising-Training als niedrigschwelliges Angebot auch für Teilnehmer*innen mit niedrigen Finanzmitteln attraktiv machen zu können.

Daher unsere Bitte und Aufruf: überlegt, was es euch "wert" ist und welche Möglichkeiten ihr habt, um dazu beizutragen, dass möglichst viele emanzipatorisch Engagierte die Kompetenzen erlangen, idealistische oder auch einfach hilfreiche Projekte eigenständig organisieren und Finanzierung selbst beschaffen zu können! Unsere Ursprungsmotivation zu diesen Trainings war, dass es immer nur Einzelne, und immer wieder dieselben, waren, die sich um das Geld für die politische Arbeit zu kümmern hatten, obwohl kaum jemand Lust hat immer vor allem dafür Zeit aufbringen zu müssen und sich nicht auch mit der eigentlichen inhaltlichen Arbeit befassen zu können. Die Kompetenzvermittlung an viele Aktive soll dem Abhilfe leisten.

Bei Bedarf könnt ihr für eure Spende eine steuerabzugsfähige Spendenbescheinigung erhalten. Bitte überweist euren Beitrag an:

Kontoinhaber: UBiKuKuJuSo e.V.
IBAN: DE39 4306 0967 4010 0938 00
BIC: GENODEM1GLS
Institut: GLS-Bank
Verwendungszweck: Fundraising-Training


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