2018-01:The Left Hand of Darkness

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Ursula K. Le Guin:

The Left Hand of Darkness

fb Eine aufstrebende Allianz lose verbündeter Welten ist vor längerer Zeit schon auf einen eisigen Planeten gestoßen, dessen humanoiden Intelligenzen angeboten werden soll Partner dieses auf Wissensaustausch ausgerichteten Zusammenschlusses zu werden. Die Distanzen zwischen den einzelnen Sonnensystemen sind teils so groß, dass ein Menschenleben vergeht, bevor ein Raumschiff diese überwunden hätte – doch die Allianz hat eine verzögerungsfreie telepathische Kommunikation entwickelt, die den Austausch von Wissen möglich macht. Somit geht es weniger um politische Macht oder Beherrschung anderer Intelligenzwesen, als vielmehr um die gegenseitige Förderung von Forschung und Entwicklung. Entsprechend der Philosophie dieser Allianz wurde als Botschafter lediglich eine einzelne Person geschickt – die den potenziellen neuen Partnern auf Gedeih und Verderb ausgeliefert ist, um jeden Verdacht eines Drängens oder einer Erpressung zur Mitgliedschaft zu vermeiden.

Die Humanoiden, die auf der „Winter“ genannten Welt leben, haben noch keine Nationalstaaten entwickelt, aber es gibt größere Reiche, die teils miteinander konkurrieren und sich gegenseitig Gebietsansprüche streitig machen. Zu Kriegen kam es jedoch nie, weil hierfür keine einheitliche Organisation vorhanden ist und keine Vorstellung von einer derartigen Vorgehensweise besteht. Nichtsdestotrotz kommt es zu tödlichen Grenzgemetzeln und Übergriffen. Die Wesen dieses Planeten verfügen die meiste Zeit ihres Lebens über kein eindeutiges Geschlecht – lediglich in gewissen sexuellen Phasen prägen sie männliche oder weibliche Geschlechtsmerkmale aus und pflanzen sich fort. Im Laufe eines Lebens kommt es in der Regel zu häufigem Wechsel zwischen männlichem und weiblichem Geschlecht und viele Bewohner sind sowohl Väter der einen und Mütter anderer Kinder. Durch den Mangel einer geschlechtlichen Dominanz im Alltag der Gesellschaft kam es ganz anderen Entwicklungen von Verhaltensweisen und Umgangsformen miteinander, als es auf den vielen zweigeschlechtlichen Welten der Allianz der Fall ist. Hiermit und mit vielen anderen kulturellen Unterschieden muss der Botschafter klarkommen und steht dabei mehrfach dem Tode nahe.

Es entwickelt sich eine dramatische Geschichte, die einfühlsam und wunderlich ist, Ideen für ganz ungewohnte Perspektiven liefert und einen sehr lesenswerten utopischen Roman ausfüllt. Die Sprache dieser Ausgabe ist englisch und damit die Muttersprache der bekannten Schriftstellerin Ursula K. Le Guin, die viele aus einer emanzipatorisch-utopischen Sicht anregende Bücher verfasste.


  • Ursula K. Le Guin: The Left Hand of Darkness
  • Penguin Books 2016
  • 255 Seiten, Hardcover
  • ISBN 978-0-14311-159-7