2007:Utopien entwickeln

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Utopien entwickeln

Seminar in Magdeburg vom 13.-16.09.2007

Falk Beyer

Um die Frage, welche Ansprüche herrschaftskritische Utopien erfüllen sollten, dreht sich ein Grundlagen- und Perspektiven-Entwicklungstreffen, zu dem bundesweit nach Magdeburg eingeladen wird. Ziel ist es, sich über die eigenen Utopien auszutauschen, diese weiterzuentwickeln und kritisch zu hinterfragen. Das Treffen soll auch helfen, dass sich Menschen mit ähnlichen Vorstellungen finden und Verabredungen für erste Realisierungsansätze ihrer Ideen treffen können.

Ein wichtiger Schwerpunkt ist die kritische Analyse herrschaftskritischer Utopien. Häufig werden relevante Aspekte bei der Beschreibung einer "anderen Welt" vergessen oder als unwichtig betrachtet. Wie sieht der Umgang mit Menschen aus, die sich mit dem Gesellschaftsmodell nicht anfreunden können, sich nicht anpassen wollen, gegensätzliche Ziele verfolgen? Häufig werden solche Probleme ausgeblendet oder Lösungsvorschläge in Form von Umerziehungsprogrammen, Zwangsanpassungen oder Bestrafungen geliefert. Noch üblicher ist es, über solche Probleme gar nicht erst zu reden.

Über diese und andere Fragestellungen wird es Diskussionen geben. Ein Katalog kritischer Fragen soll entstehen, mit dem herrschaftskritische Utopien auf ihren emanzipatorischen Gehalt "abgeklopft" werden können. Damit soll der Blick für wichtige Fragen geschärft und das Bewusstsein für antiemanzipatorische Ansätze in politischen Forderungen und Gesellschaftsentwürfen verfeinert werden.

Das Seminar soll gleichberechtigt von den TeilnehmerInnen gestaltet und auch mit ihren eigenen Ideen und Themen gefüllt werden. Ein Programm-Entwurf, der im Internet unter http://herrschaftsfreie-welt.de.vu zu finden ist, gibt einen Rahmen dafür vor, ist aber auch veränderbar. Eingeplant sind mehrere Phasen für Projektvorstellungen, spezielle Diskussionen, Filme und mehr. So entsteht Raum für die Vernetzung und den Austausch schon vorhandener Ideen.

Für das Seminar wird ein Veranstaltungsreader vorbereitet, der allen TeilnehmerInnen im Vorfeld zugeschickt wird. Dieser gibt bereits eine Einführung in das Thema herrschaftskritischer Utopien und soll helfen, eine gemeinsame Ausgangsbasis für die Debatten beim Treffen in Magdeburg zu schaffen. Um den Reader zu verschicken und auch um besser planen zu können, sind InteressentInnen gebeten, sich bis Anfang September anzumelden: Jugend-Umweltbüro - Telefon 03 91-55 70 753 oder per E-Mail an magdeburg ÄTT projektwerkstatt.de[1].

Die Vorbereitung - Organisation von Lebensmittel- und Materialspenden, Vorbereiten von Aufstrichen und mehr, inhaltlichen Absprachen, Vorbereitung der Räume - läuft bereits ab Montag, 10. September, der betreffenden Woche. Unterstützung wird gewünscht, damit die Arbeiten drumherum nicht Sache weniger Leute bleiben. Der Programmstart ist am Donnerstag, den 13. September um 16.00 Uhr im Magdeburger Ökozentrum, Harsdorfer Str. 49. Die Veranstaltung dauert bis Sonntag gegen 17.00 Uhr. Auch danach wird Unterstützung zum Dokumentieren des Seminars und beim Aufräumen gebraucht. Für HelferInnen dieser Phase wird es ein Alternativprogramm für Sonntagabend geben.


Themenblöcke

Einige Fragestellungen für das OpenSpace am Freitag:
Insellösung oder globale Utopie? ::: Umgang mit Konflikten - Strafe? ::: Was, wenn mir deine Utopie nicht passt? ::: Alle müssen mitarbeiten? ::: Mein Zeugs gehört mir? ::: Komplexe Gesellschaft oder Rückbesinnung zur Einfachheit? ::: Wer entscheidet wie? ::: Gibt es SpezialistInnen?

In den OpenSpace-Ecken tauschen sich die Leute über ihre Utopie-Vorstellungen aus, halten ihre Ideen fest und vertiefen sich in diese Utopien. Die Ecken können immer wieder gewechselt werden, um bei anderen Kleingruppen mitzureden. Dabei kann sich nach und nach herauskristallisieren, wer welche Runden / Themen / Utopien persönlich spannend findet und darüber weiter diskutieren möchte.

Erste Kleingruppen-Ideen für den Samstag:
Entscheidungsfindung ::: Strafe und Konfliktlösung ::: Teilhabe und Mitmachzwang ::: Wie Wirtschaften ::: Elitenbildung ::: Was tun „die Anderen“ ::: Eigentum und Besitz ::: Komplexe Gesellschaft ::: Nach außen Wirken ::: Der Weg vom Hier & Jetzt zur Utopie

In diesen Kleingruppen sollen Utopien aus emanzipatorischer Sicht "abgeklopft" werden - welche herrschaftsförmigen Mechanismen/Strukturen/Elemente sind enthalten? Wie könnte mit den entstehenden Widersprüchen zum herrschaftsfreien Anspruch umgegangen werden?


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