2017-02:Graphic Novel Corner-Der Kampf gegen den Faschismus künstlerisch-zeitgenössisch dargestellt

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Graphic Novel Corner - Der Kampf gegen den Faschismus künstlerisch-zeitgenössisch dargestellt

reka Der Comic "Grossväterland - Zeitzeugen erzählen vom zweiten Weltkrieg" ist eine Art Antikriegs-Graphic Novel, wobei der eigene Anspruch laut Autoren "unterhalten, aufklären und mahnen!" ist. Dies gelingt ihnen recht gut, da durch die Kombination des Erzählens von Erinnerungen von 12 Zeitzeug*innen und jeweiligen Einordnung dieser in den historischen Kontext sowie dem Ergänzen mit wissenschaftlichen Sachtexten zum Geschehen in dieser Form bestimmt einmalig ist. Daher ist dieses Buch besonders geeignet für historische und politische Bildung beispielsweise an Schulen.

Durch die Vielfalt an verschiedenen Perspektiven auf den Krieg von den ganz verschiedenen Zeitzeug*innen bekommt der/die Leser*innen einerseits einen ganz nahen Eindruck vom Kämpfen an der Front und andererseits wird durch die Darstellung der Gewalt und des Elends, dass durch den Krieg hervorgerufen wird, weder Krieg in irgend einer Weise romatisiert noch werden die Protagonist*innen heroisiert, was zum bildenden Charakter der Graphic Novel beiträgt. Des Weiteren sind die wissenschaftlichen Sachtexte, die die Zeitzeug*innenberichte begleiten wirklich informativ und helfen so ein Bild über die damalige Zeit zu vermitteln.

M. Freise, C. Hardinghaus: Grossväterland - Zeitzeugen erzählen vom zweiten Weltkrieg, Panini Verlag, 2016; ISBN: 978-3-95798-942-0


Vier verschiedene Frauen stehen in der Graphic Novel "Sterben für die Freiheit - Sophie Scholl und Frauen des Widerstands" im Zentrum des Geschehens, die während des Zweiten Weltkriegs im Kampf gegen den Faschismus ihr Leben gelassen haben. Dabei handelt es sich um so berühmte Frauen wie Sophie Scholl, aber auch eher unbekannte Widerstandskämpfer*innen wie Berty Albrecht. Diese Berichte werden durch zwei fiktive Rahmenhandlungen verbunden und werden ebenfalls mit historischen Hintergrundinformationen abgerundet. Die Mischung aus fiktiven und tatsächlichen Handlungselementen ist allerdings nur bedingt gelungen, denn das Leben von Sophie Scholl und den Mitgliedern der Weißen Rose verlief beispielsweise viel interessanter und spannender als in der Novel.

Die vier Frauenschicksale werden dabei durch vier verschiedene Künstler gezeichnet, so dass die unterschiedlichen Charaktere und Motivationen recht gut dargstellt sind. Insgesamt ist es eine unteraltsame und auch sehr interessante Graphic Novel zum Thema Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus.

R.Hautiere, F. Laboutique: Sterben für die Freiheit - Sophie Scholl und Frauen des Widerstands, Panini Verlag 2016, ISBN: 978-3-95798-558-3


In der Graphic Novel "Drei Steine" erzählt der Autor und Zeichner Nils Oskamp aus seiner Jugend in den achziger Jahren in Dortmund-Dorstfeld, wo Opfer rechter Gewalt wird und dabei als Schüler um sein Überleben kämpft, ohne dabei selbst zum Täter zu werden.

In seinen klaren und modernen Zeichenstil transportiert er die bedrohliche und gewaltätige Situation, welche durch die Rechten entsteht für den/die Leser*in sehr eindrücklich, wobei auch der Zwiespalt des Rachegedankens des opfers nach der Gewalttat ebenfalls thematisiert wird und der Protagonist, es schafft, die Gewaltspirale zu durchbrechen. Eine sehr gelungene und empfehlenswerte Graphic Novel, die gleichzeitg zum Nachdenken anregt und traurigerweise, durch die steigende Zahl an rechten Gewalttaten in der BRD, hochaktuell ist.

N.Oskamp: Drei Steine, Panini Verlag 2016, ISBN: 978-395798-646-7