2016-02:Politische Mediation

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Christoph Besemer u.a.:

Politische Mediation

jb Ein schwieriges Buch - aus doppelter Sicht. Zum einen bringt es zwar, was nützlich ist, konkrete Tipps, wie Mediationsverfahren in Konfliktsituationen ausgestaltet sein können und sollten. Dabei steht der Erfolg der Mediation im Sinne der dort verhandelten Sache im Vordergrund. Zumindest werden grundlegende politische Praxisprobleme wie der Vorrang des Vorentschiedenen kaum thematisiert. Stattdessen werden teils absurde Behauptungen aufgestellt, z.B. dass sich Verwaltung immer an Gesetze halten würde (S. 61). Der unkritische Blick auf Mediation steigert sich zu einem ziemlich unsachlich niedermachenden Kapitel gegen die vorhandene Kritik an der Dialogformen zwischen unterschiedlich Mächtigen. Das allein ist schon problematisch. Wenn dann die Autoren noch aus der Mitte strategischer Teile politischer Bewegung stammen, wird es noch zweifelhafter, ein Buch dieser Form zu machen. Insbesondere bei Besemer und seinem stets blauäugigen Glauben an das Gute in gewalt-, aber nicht herrschaftsfreie Gesprächsformen, ist das aber nicht überraschend.

2014, Stiftung Mitarbeit in Bonn, 212 S., 12 €