2014-02:Zur aktuellen Situation des grünes blatts

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Zur aktuellen Situation des grünes blatts

fb Vor fast zwei Jahren haben wir an dieser Stelle das letzte Mal über die aktuelle Situation des grünen blatts berichtet. Nun ist es an der Zeit, Bilanz zu ziehen und zu diskutieren, inwiefern das "neue Konzept" verwirklicht werden konnte.


Finanzierung prekär

Kurz gesagt: die Zeitung trägt sich nicht. Das ist nichts Neues. Es gab aber auch keine erkennbare Verbesserung. Die Zahl der Abos steigt zwar, aber auch die Kosten sind wieder gestiegen. Die Seitenzahl war in der Zwischenzeit recht hoch, und das ist der Hauptkostenfaktor. Die Auflage ist stabil bei 1.500 Heften geblieben. Nach wie vor werden die Einnahmen aus den Abos fast vollständig für die Kosten der Verschickung verwendet. Das mag verwundern, da der Abopreis doch kostendeckend sein sollte - ist er aber nur sehr knapp, und da der überwiegende Teil der Auflage weiterhin kostenlos ausgelegt oder über Städteverteiler verbreitet wird, fehlt für diese Hefte die Finanzierung.

Neu eingeführt hatten wir 2012, dass es für jede Ausgabe eine andere finanzverantwortliche Person geben würde. So sollte die schlechte Tradition beendet werden, dass einfach die zuletzt für die Finanzierung Verantwortlich*e auch die Kosten der nächsten Ausgabe irgendwie reorganisieren musste. In den Vorjahren war dies das unabgestimmte, aber reale, Finanzierungskonzept, und einzelne Gruppen oder Personen, die zeitweise mal geholfen hatten, blieben dann auf dieser Verantwortung sitzen.

Die seit 2012 jeweils ausgabenbezogene Finanzierungsverantwortung hat bisher funktioniert. Es gab zwischenzeitlich sechs neue Ausgaben, jeweils mit wechselnden Koordinator*innen, die auch für die Finanzierung des Drucks verantwortlich waren. Der Versand und die Internetkosten werden weiterhin von den Aboeinnahmen bestritten, die Druckkosten dagegen sind der Kreativität der Ausgaben-Koordinator*in überlassen. Ob Privatspenden, Zuschüsse oder Entgegenkommen bei den Produktionskosten, ist von Ausgabe zu Ausgabe verschieden.

Bisher funktioniert dieser Teil des neuen Konzepts, und da diese Verantwortlichkeit den Koordinator*innen der jeweiligen Hefte klar ist, wird das wohl so lange gut gehen, wie sich noch Menschen bereit finden, ein Heft verantwortlich zu koordinieren und sich um die Finanzierung Gedanken zu machen.

Klar ist aber auch, dass es langfristig sinnvoll ist, wenn das Zeitungsprojekt sich selbst finanziell tragen kann - also dass ein möglichst großer Teil der Produktionskosten über Abos, Dauerspenden, Patenschaften o.ä. finanziert werden kann. Deshalb auch erneut der Aufruf an euch Leser*innen: überlegt, ob ihr das grüne blatt abonnieren wollt, sofern ihr das nicht sowieso schon tut! Oder, wenn ihr Geld übrig habt, ob ihr dieses Projekt durch eine Dauerspende/Patenschaft längerfristig unterstützen wollt.


Themenrubriken

Die Themenrubriken waren ein weiteres Element, das wir 2012 eingeführt haben, um mehr Autonomie innerhalb des grünen blatts, eigene inhaltliche Kriterien und Stile für gesonderte Bereiche im Heft zu ermöglichen. Nach wie vor soll es keine Zensur im grünen blatt geben, aber den Themenredaktionen wird ermöglicht, eigene inhaltliche Kriterien zu setzen. Nicht passende Artikel erscheinen dann nicht in den Themenrubriken, sondern im allgemeinen Teil.

Seitdem gibt es kontinuierlich die Energierubrik und die Rubrik Mensch-Tier-Verhältnis, die vielleicht auch durch dieses Konzept motiviert in den letzten Heften einen wesentlichen inhaltlichen Beitrag für das grüne blatt geleistet haben. Kontinuierlich, wenn auch nicht immer so umfangreich, ist die Rubrik Gentechnik erschienen und soll auch zukünftig über die letzten Entwicklungen informieren. Neu und in Leser*innen-Rückmeldungen sehr wertgeschätzt ist auch die Knastrubrik, die u.a. auch Gefangenen eine Plattform für ihre Themen gibt. Daneben wurden mit "Militarisierung", "Freie Technik" und "Herrschaft & Organisierung" weitere Rubriken eingeführt, die aber leider noch nicht ganz regelmäßig erscheinen. Für die Herbstausgabe wurde inzwischen auch der Start einer Themenredaktion "Klima" zugesagt. Überlegt wurden auch Rubriken zur Solidarischen Landwirtschaft und zu Gender - aber bisher wurden noch keine Menschen gefunden, die sich dauerhaft darum kümmern wollen.

Kriterien für Themenrubriken, die wir uns 2012 gesetzt hatten, sind kontinuierliche Erscheinungsweise, Kontaktierbarkeit (E-Mail-Kontakt und ggf. Deadlines für Artikelzusendungen), Doppelseitenumfang und wiedererkennbares Layout. Einige Rubriken verwenden eigene Symbole zur Kennzeichnung der Seiten, teilweise ist auch das Design dieser Bereiche klar zuordenbar. Manche Rubriken haben sich inzwischen gut entwickelt, haben eine erkennbare Linie hinsichtlich ihrer Inhalte oder Stils, sind teils grafisch auch wiedererkennbar. Bei der Mehrzahl der Themenfelder ist das noch nicht gelungen - für Außenstehende ist schwer erkennbar, dass es sich um eigenständige Rubriken handelt, welche Texte Teil davon sind, und wie mensch mit den Redaktionen in Kontakt treten kann. Aber das kann ja noch werden.


Beteiligung am Projekt

Wie schon angedeutet, konnten wir bisher für jede Ausgabe Menschen finden, die die Koordination und Finanzierungsverantwortung übernommen haben. Dadurch wurde es möglich, dass wir von durchschnittlich zwei Ausgaben im Jahr wieder auf dreimalige Erscheinungsweise kommen konnten (angestrebt: viermal jährlich). Ob wir so weiter machen können, ist aber unklar, weil die Unverbindlichkeit vieler Beteiligter an der Redaktionsarbeit bereits Frustration bei einzelnen Aktiven verursacht hat. Das betrifft insbesondere die Beteiligung an Diskussion und Entwicklung des Projekts.

Mit dem 2012er Perspektiventreffen hatten wir einen verbindlichen Fahrplan für das grüne blatt (wieder) neu eingeführt. Also wurden Ausgaben, Verantwortlichkeiten, Redaktionsschluss, Layoutphase, Versand und Redaktionstreffen jeweils schon im Vorjahr vereinbart. Insbesondere die Redaktionstreffen, bei denen eine Reflexion und Weiterentwicklung des grünen blatts erfolgen soll, sind jedoch schlecht besucht. Auch beim Versand gab es nur wenig aktive Hilfe. Derzeit ist offen, ob wir für 2015 wieder einen verbindlichen Fahrplan vereinbaren können, oder ob dies mangels ausreichender Verantwortungsübernahme nicht möglich sein wird.