2013-03:Gedanken zu Kennedys 50. Todestag

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Gedanken zu Kennedys 50. Todestag

kardan Vermutlich erinnern sich mehr Menschen an seinen angeblichen Todesschützen als den 22. November 1963. Während das Datum seiner Ermordung garantiert stimmt, können wir bei John Fitzgerald Kennedys Todesschützen nicht sicher sein. Doch der Hintergrund seiner Ermordung ist das Bedeutende. Auch wenn die Einzeltätertheorie vehement von der Polizeidirektion von Dallas vertreten wurde, deutet heute vieles auf eine Verschwörung hin. Den Beteilgiten war es wichtig, nicht zu Lebzeiten überführt zu werden, denn Mord verjährt nicht. Doch die Zeit ist um. Einige von ihnen sind längst tot und haben am Sterbebett eine Nachricht für uns hinterlassen. Der Rolling Stone veröffentlichte 2007 posthum ein Tondokument mit den Geständissen von E. Howard Hunt, dem Mitinitiator der Schweinebucht-Invasion, dem missglückten Militärcoup zur Ermordung von Fidel Castro.

Der ursprünglich von Eisenhower unterstützte CIA-Plan, bei dem 1500 Exilkubaner in Miami trainiert wurden, 1961 in Kuba einmarschierten und zum Großteil gefangen genommen wurden, sorgte für Verstimmung bei allen Beteiligten. Grund: CIA-Direktor Allen Dulles hatte hoch gepokert und auf Militärunterstützung durch Kennedy spekuliert. Doch dieser wollte nicht einen weiteren Weltkrieg riskieren und versprach, „die CIA in 1000 Teile zu schlagen“.

Er wandte sich vertrauensvoll an das Pentagon und geriet an den Stabsvorsitzenden Lyman Lemnitzer. Dieser presentierte im März 1962 das Skript für Operation Northwoods, das Ende 1997 erstmals veröffentlicht wurde: Eine Reihe von CIA-Anschlägen innerhalb der US sollten den Kubanern in die Schuhe geschoben werden, um öffentliche Unterstützung für einen weiteren Krieg gegen Castro zu erlangen.

Kennedy hielt auch diese Pläne für verrückt, und lehnte weitere Schritte in diese Richtung ab: "... Wir erhielten einen heftigen Tritt ans Knie und verdienten ihn. Aber vielleicht lernen wir etwas daraus." Er degradierte Lemnitzer, der daraufhin nach Europa versetzt wurde und bis 1969 als Supreme Allied Commander auf seine Kosten kam: Mit dem Aufbau der geheimen "stay behind"-Armeen und Gladio-Anschlägen auf die Zivilbevölkerung, um öffentlichen Unmut gegen den Kommunismus zu erregen.

Das Militär war stinksauer. 1961 hatte er noch die SEALs-Spezialeinheit erschaffen und von der Notwendigkeit, militärisch entschlossen aufzutreten, gesprochen. Nun war er sogar gegen den Einmarsch in Vietnam. Zwar beauftragte er Lemnitzer mit "Natial Security Action Memorandum 55" zu "Cold War Operations", also geheimen Operationen gegen den Kommunismus, doch die 1940 angelaufene Kriegsmaschinerie wollte mehr und konnte keinen Frieden ertragen.

Kennedy dagegen setzte sich gegen Atomtests ein, stimmte zur Beendigung der Kubakrise einem Abzug der Atomwaffen aus der Türkei zu und unterzeichnete mit der Sowjetunion ein Abkommen zur teilweisen Bannung von Atomtests.

Er war vielen im Weg, doch er war populär. „Mr. President, man kann nicht sagen, dass Dallas Sie nicht liebt“, Frau von Gouverneur Connally angesichts der vielen freundlich winkenden Menschen am Straßenrand und Kennedy hatte zugestimmt: „Nein, das kann man ganz sicher nicht sagen.“. Es waren seine letzten Worte.

Nicht nur die Clique um Eisenhower und Lemnitzer war sauer, auch die Mafia aus Chicago. Tony Accardo and Sam Giancana fühlten sich hintergangen, nachdem sie die Auszählungen in Illinois "überwacht" hatten, um Kennedys Wahl zu sichern. Nun waren sie Ziel von Robert "Bobby" Kennedys Ermittlungskampagne gegen das organisierte Verbrechen. "Jack" Kennedy hatte seinen Bruder kurz nach der Wahl zum Justizminister gemacht. Im Gegenzug vermittelte dieser regelmäßigen Damenbesuch ins Weiße Haus, was den Kennedys die Verachtung des FBI-Direktors Hoover einbrachte, den zudem Revierstreitigkeiten mit Bobby bei Ermittlungen aufbrachten. Er steurte den "kommunistischen Agenten" Oswald bei, der für 200 $ beim FBI angestellt war.

«Wenn du das tust, bringen sie dich um!» soll sein Vater ihn im Weißen Haus angeschrien haben. Es ging um die Unterzeichnung der Executive Order 11110 am 4. Juni 1963, welche das Finanzministeriums zur Zeichnung silbergedeckter Banknoten ermächtigte. Laut Jim Marrs, der 30 Jahre lang Vorlesungen über die JFK-Ermordung gab, sei dies als Entmachtung der FED und damit Hauptgrund für Kennedys Ermordung zu werten, womit dessen Vater Recht behalten hätte. Der Makroökonom G. Thomas Woodward wandte ein, dass dies nur ein Akt zur Erhöhung der Bequemlichkeit gewesen sei, und niemals ausgeführt wurde. Lyndon B Johnson war versessen darauf, Präsident zu werden, konnte sich jedoch bei der Wahl 1960 nicht gegen Kennedy durchsetzen und erlangte nur dessen Stellvertreterposten. Auf Grund seiner Bestechlichkeit hatte er dessen Gunst verloren und fürchtete das Ende seiner Karriere. Als Nachbar und enger Freund von Hoover, mit dem seine Interessen zusammen fielen, ersann er Schritte, um Kennedy vorzeitig lo szuwerden.

CIA-Chef Allen Dulles fürchtete Budgetkürzungen und beauftragte David Atlee Phillips, den Auftragsmörder James E. Files mit Lee Harvey Oswald und dem Gelände in Dallas vertraut zu machen. Der entscheidende Deal entstand zwischen Giancana aus Chicago und Phillips, die bereits wegen der vereitelten Ermordung von Castro zusammen gearbeitet hatten.

In 8,3 Sekunden wurden laut der von Lyndon B. Johnson einberufenen Warren-Kommssion, die den Fall abschließend untersucht hatte, 3 Schüsse von Oswald abgefeurt. Zu viele für das gefundene Gewehr. Zudem saß dieser keine zwei Minuten später nachweislich mit Cola in der Kantine ohne einen Schuss abgegeben zu haben. Den Rest der Mörderbande hatte Files am Morgen des 22. November getroffen. Charles Nicoletti und Johnny Roselli aus Chicago feuerten vom Daltex-Gebäude gegenüber des Schulbuchlager. Files stand hinter einem Bretterzaun auf dem Grashügel und gab den entscheidenden Kopfschuss von vorn ab. Sein Geständnis findet sich zusammen mit einem zweistündigen Film auf jfkmurdersolved.com.

Erschossen wurde nicht nur Kennedy, sondern am darauf folgenden Tag auch sein angeblicher Mörder, damit dessen Sicht niemals aktenkundig wurde. Am 25. November 1963 schrieb die New York Times: „Der Mörder des Präsidenten wurde im Korridor des Gefängnisses durch einen Bürger von Dallas erschossen.“. Gemeint war Ruby. Doch auffälligerweise sprach der Autor nicht vom "mutmaßlichen" Mörder Oswald, sondern kolportierte die offizielle vorher festgeschriebene Version der Verschwörer. Bemerkenswert auch, dass bereits zwei Stunden nach dem Attentat, noch bevor die Polizei von Dallas Gewissheit über die Ereignisse erlangt hatte, in Australien ein umfassender Zeitungsbericht mit biographischen Details über Oswald erschien. Für die damalige Zeit ohne Internet eine erstaunliche Leistung.

"Bobby" wurde von Hoover telefonisch lapidar über das Attentat informiert und glaubte nicht an die offizielle Version. Das Verhältnis der beiden war wegen ohnehin unterkühlt. Er schickte seinen Beamten Walter Sheridan los, um die Angelegenheit zu untersuchen, welcher innerhalb von zwei Tagen berichtete, der Nachklubbesitzer Jack Ruby hätte einen "Haufen Geld" von Gangstern aus Chicago erhalten. Robert Kennedy kandidierte 1968, um als nächster Präsident die Verschwörung aufzudecken, aber wurde vorher ebenfalls ermordet.

Der Mitverschwörer Hunt nannte die Namen, die bei der Ermordung Kennedys involviert gewesen sein sollen: Lyndon B. Johnson, der nachfolgende Präsdient, Cord Meyer, David Phillips, Frank Sturgis, David Morales, William Harvey, und Lucien Sarti. 1971, zwei Jahre vor seinem Tod, spricht Johnson von Verschwörung und gesteht: "Wir haben damals ein verdammtes Mordunternehmen [Murder Inc.] in der Karibik veranstaltet." Richard Cotrell, Autor von "Gladio: NATO's Dagger at the Heart of Europe" hält Lemnitzer für den Drahtzieher hinter dem Mord. Das Militär war anwesend bei der Autopsie und verhinderte eine genaue Untersuchung.

Berliner Bürgermeister, Willy Brandt, sagte: „Eine Flamme ist erloschen für alle Menschen, die auf einen gerechten Frieden und auf ein besseres Leben hoffen. Die Welt ist an diesem Abend sehr viel ärmer geworden.“

Es bleibt eine Vermutung, doch vielleicht wäre der Rest des 20. Jahrhundert friedlicher verlaufen. Kennedy hatte Ambitionen, die Welt zu verändern und was noch viel gefährlicher war: Er hatte das Potential.