2012-02:AKW Koodankulam

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AKW Koodankulam

NukeNews Das indische AKW Koodankulam Nuclear Power Plant, das nun in Betrieb genommen werden sollte, dank der Proteste der Anti-Atom-NGO PMANE (People´s Movement Against Nuclear Energy) aber vorerst nicht hochgefahren werden konnte, liegt in Koodankulam im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu.

Ein bilaterales Regierungsabkommen zu diesem AKW (2 Reaktoren) wurde 1988 vom indischen Prime Minister Rajiv Gandhi und Präsident Mikhail Gorbachov (UDSSR), abgeschlossen. Das Projekt ruhte dann aber aufgrund der politischen und ökonomischen Probleme in Russland nach dem Zerfall der UDSSR für etwa ein Jahrzehnt.

Das People's Movement Against Nuclear Energy war seit den Planungsarbeiten in den 80er Jahren gegen das Projekt und leistet bereits gut 25 Jahre lang Widerstand. 1997 begannen schließlich die Bauarbeiten. Die Kosten schätzte man 2001 auf etwa 3 Milliarden US Dollar. Zum Anliefern der großen Reaktorteile wurde 2004 sogar eigens ein Hafen errichtet.

Die Proteste gegen dieses in manchen Punkten mit Temelín vergleichbaren AKW haben sich in den letzten Monaten intensiviert. Dabei kam es zu Massendemos, zu von Gandhi inspirierten Protestfastenketten, die Ende März 2012 mit einem gut 10-tägigen Hungerstreik führender AktivistInnen kumulierten. Dann brach unter anderem S P Udayakumar den bereits seine Gesundheit gefährdenden Hungerstreik, nachdem er von vielen Sympathisanten darum gebeten worden war und die Regierung gewisse Zugeständnisse versprochen hatte, ab.

Vorher allerdings gab es gegen die AKtivistInnen massive Repression, Anklagen wegen "Kriegsführung gegen Indien", die Observation von 77 ausländischen NGOs (von den einheimischen ganz zu schweigen) und gezielt gestreute Falschmeldungen über die angeblich vom Ausland finanzierten Aktivitäten der Atomgegner. Es wurde sogar ein deutscher Staatsbürger des Landes verwiesen (Rainer Hermann Sonntag) und das Haus von S P Udayakumar, der "Seele" des Protestes, stundenlang von der Polizei durchsucht. Die Proteste sind sicher noch nicht zu Ende und eine Internationalisierung gerade jetzt wichtig.