2009-02:Perry Rhodan: Lemuria 1 - Die Sternenarche

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Perry Rhodan - Lemuria 1

Die Sternenarche

fb Im ersten Band des Sechsteilers "Lemuria" aus dem Perry Rhodan-Universum treffen drei - autoritäre - Kulturen aufeinander: Die Terraner, die jetzt im 49. Jahrhundert christlicher Zeitrechnung in der "Liga Freier Terraner" organisiert sind und eine der wichtigsten herrschenden Gruppen in der Galaxis darstellen; die Akonen, eine mit den Terraner verwandte, aber seit vielen Jahrzehntausenden von deren Stammlinie isolierte Spezies, die einen ebenso ausgeprägten Machthunger und Selbstherrlichkeit auszeichnet; die Lemurer auf ihrem Generationsraumschiff, das seit mehr als 50.000 Jahren (terranischer Zeit) im Dillatationsflug unterwegs ist und in religiös anmutender Selbstaufgabe einem mangels Wissen über das ursprüngliche Anliegen verzerrten Ziel zuarbeiten: den Erhalt ihres Raumschiffs als Selbstzweck. Das bedeutet einerseits, dass die LemurerInnen ihre persönlichen Interessen denen des Schiffes unterordnen, sich der Hierarchie unterordnen, Anderes nicht einmal denken sollen. Trotz dieser tristen Visionen zeigt dieser Band doch einen wichtigen Gedanken auf: die "VerräterInnen", die letztlich vom Schiff und seinen Untergebenen umgebracht werden, bedeuteten auch die Rettung für ihre Gesellschaft, denn aus der verzwickten Lage der schwindenden Ressourcen und dem immer umfassenderen Versagen von technischen Elementen könnten nur innovative Ideen helfen. Die werden auf dem Generationsschiff aber unterdrückt.

Dass die Lemurer aus dieser Falle, die sie über kurz oder lang durch Ausfall lebensnotwendiger Systeme umgebracht hätte, herauskommen, ist schließlich einem der "Verräter" zu verdanken. Venron fühlt sich dermaßen angezogen von den Sternen, die er auf dem Schiff nicht weiter verfolgen darf, dass er eines der kaum jemandem bekannten Raumschiffe entwendet und das Generationsschiff verlässt. Da er damit mit den Tabus der rückentwickelten Schiffsgesellschaft bricht, wird sein Flugobjekt "abgeschossen". Doch der Lauf der Dinge lässt sich damit nicht mehr stoppen. Ein Prospektorenschiff, auf dem Perry Rhodan in ziviler Mission unterwegs ist, stößt auf die lemurischen Trümmer und findet so auch das Generationsschiff. Gleichzeitig stoßen auch die Akonen darauf, die sich technische und informationsseitige Vorteile versprechen und mit den Terranern kurz vor einer militärischen Eskalation stehen.

Dominiert von technischen Superlativen gibt dieses Buch wenig Raum für gesellschaftliche Visionen. Aber es schafft auch Spannung für die folgenden Bände der Lemuria-Reihe.

Frank Borsch: Perry Rhodan. Lemuria 1. Die Sternenarche. Wilhelm Heyne Verlag, München 2004. ISBN 3-453-53003-9