2009-01:Autobahnprogramme und fehlender Widerstand

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Autobahnprogramme und fehlender Widerstand

Floh Massenhaft neue Autobahnen sollen in Deutschland gebaut werden. Widerstand dagegen gibt es bisher kaum. Nur einige Bürgerinitiativen leisten das, was sie Widerstand nennen.

Neue Autobahnen schaffen mehr Verkehr

„Wer Autobahnen säht wird Verkehr ernten.“ Dieser Spruch bewahrheitet sich leider immer wieder. Neue Autobahnen werden gebaut mit der Argumentation, damit andere zu entlasten um Staus zu verhindern. Und nach kurzer Zeit sind die Autobahnen wieder genauso überfüllt. In Zeiten der bevorstehenden Klimakatastrophe also nicht unbedingt das beste Konzept. Das ist aber nicht ein ungewollter Zufall, sondern das Ziel dabei. Es soll mehr Auto gefahren werden um den deutschen Binnenmarkt für Autos zu vergrößern.

Nicht zufällig ist das erste Konzept das der Bundesregierung gegen die Krise einfällt: Infrastrukturmaßnahmen: Also jede Menge neue Autobahnen. Diese Maßnahmen müssen als das entlarvt werden was sie sind: Auto-ritäre Wirtschaftspolitik.

Autoverkehr und Klima

In Deutschland stammen über 20 Prozent aller CO2-Emissionen aus den Auspuffrohren der Blechkisten. Rechnet man die industriellen Aktivitäten rund um das Auto hinzu – die Raffinerien, die Autoproduktion und den Straßenbau, kommt man sogar auf 33 Prozent der CO2-Emissionen, die allein vom Autoverkehr verursacht werden.

Rodungen für Autobahnen – Zerstörung von Lebensräumen

Hinzu kommt, dass CO2 das beim Roden der Wälder für neue Straßen und Autobahnen freigesetzt wird. Das Holz der Bäume besteht zur Hälfte aus Kohlenstoff, dass dann als CO2 wieder in die Atmosphäre gelangt. Zudem sind Autobahnen die größten denkbaren Eingriffe in natürliche oder naturnahe Lebensräume. Denn sie Zerschneiden die Landschaft und Lebensräume undurchdringbar, im Vergleich zum Schienenverkehr zum Beispiel. Kein Tier kommt von der einen Seite zur anderen, und welches es dennoch versucht wird mit 200 km/h überfahren. Autobahnen sind ein Schlachtfeld auf denen täglich tausende Tiere umgebracht werden.

Autobahnprogramme

Die neuen Asphaltpläne beinhalten:

  • Neubau von 1900 km Autobahnen
  • Erweiterung von 2200 km Autobahnen Fahrstreifen auf 6 oder mehr Fahrstreifen
  • Aus- und Neubau von 5500 km Bundesstraßen

Einige der größten Projekte sollen hier aufgelistet werden:

A44: Kassel–Eisenach: Der Bau der Autobahn Kassel–Wommen zerstört unwiederbringlich hochwertige Naturschutzgebiete, teilweise von europäischem Rang (sogenannte FFH-Gebiete). Das nordhessische Bergland zeichnet sich u.a. durch das Vorkommen von Wildkatze, Schwarzstorch, Uhu, Wanderfalke und Orchideen aus. Im Abschnitt Hess. Lichtenau betrifft dies die Biotope Pfeiffengraswiesen und Kalktuffquelle, und damit die Lebensräume des Raubwürgers und des schwarzen Ameisenbläulings. Die Aktionsgemeinschaft Verkehr Nordhessen (AVN) ist der Zusammenschluss von ca. 25 Verbänden und Initiativen, die in der Region zwischen Kassel und Eschwege aktiv sind. Sie wurde u.a. gegründet, um den Bau der A44 von Kassel nach Wommenzu verhindern.

A39: Lüneburg–Braunschweig: Auch die A39 wird wertvolle naturnahe Gebiete (teilweise auch FFH) zerschneiden. Es gibt massiven Widerstand aus der Bevölkerung. 20 Bürgerinitiativen haben sich gegründet, die gemeinsam gegen die Autobahn kämpfen und nicht nach dem St. Florians Prinzip (verschont meine Stadt, baut woanders) handeln. www.keine-a39.de

A98: Basel–Bodensee: Irrsinniges Projekt, da genau daneben auf Schweizer Seite bereits eine Autobahn existiert und ebenfalls eine Bundesstraße direkt parallel läuft. Autobahn frisst sich direkt durch den Schwarzwald und durch teilweise sehr naturnahe Waldgebiete.

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