2008-01:Strategie des Managements komplexer Systeme

Aus grünes blatt
Wechseln zu: Navigation, Suche

Fredmund Malik:

Strategie des Managements komplexer Systeme. Ein Beitrag zur Management-Kybernetik evolutionärer Systeme

Jörg Beyer Eine umfassende Anwendung der Evolutionstheorie und systemischen Kybernetik für „Systemisches Management“ - dieses Buch ist nicht nur für Wirtschaftsbosse interessant, sondern für alle, die in einer komplexen Umwelt etwas bewegen wollen.

Ein Buch, das fasziniert, weil es kein Kochrezept vorgibt, sondern ein Vorgehensmodell. Ein Modell, das die Mißerfolge aktueller Politik plötzlich plausibel erscheinen läßt. Ein Buch, das nicht die Suche nach Schuldigen unterstützt, sondern auffordert, Bedingungen zu schaffen, die das Freisetzen der Potenzen aller „Elemente des Systems (aller Menschen der Gesellschaft) fördert. Ein Buch, das mein Denken verändert, obwohl das angeblich mit 50 Jahren nicht mehr möglich ist.

Bis in die 1980er Jahre wurde unsere „technomorphe“, konstruktivistische Denkweise scheinbar durch die Erfolge in der Praxis als einzig richtige bestätigt - bedingt durch die damit erzielten Erfolge in den Naturwissenschaften und in einer stabilen Weltwirtschaft. Bei der heute relevanten Komplexität und Dynamik hat unser Handeln eigene Gesetzmäßigkeiten, erfordert andere Strategien und Verhaltensweisen. Komplexe Systeme sind nur beherrschbar, wenn deren Management mindestens ebenso komplex ist; in streng hierarchischen Ordnungen (traditionelle Armee, reine Planwirtschaft) ist die Komplexität der Führung dafür zu gering. Handlungsfähigkeit setzt voraus, Komplexität zu verringern, indem gedanklich eine Struktur über das System gesetzt wird (Modell) - oder das System selbst modifiziert wird (Gesetze, Vorschriften, Regeln in einer Firma...).

Wahrheitskriterium dieses Modells ist alleine die „Brauchbarkeit“ - Erfolg der darauf basierenden Handlungen. Das hier beschriebene systemisch-evolutionäre Konzept setzt an der Erkenntnis an, daß komplexe Systeme eine Eigendynamik haben, die nicht im Detail, sondern nur tendenziell gesteuert werden kann – durch Studium des Verhaltens des Systems, durch Experimentieren mit stetigen Änderungen und ständige Anpassung der Handlungen an die neuesten Erkenntnisse. Schwerpunkt wird auf die Lebensfähigkeit des Systems gesetzt – einer Gratwanderung zwischen zu großen Änderungen, die es unbeherrschbar machen können und zu starren Regeln, die Anpassung an Veränderungen im Umfeld („Umwelt“) unmöglich machen und seinen Untergang bedeuten können. Bewältigung von Änderungen der „Umwelt“ können Anpassung des Systems bedeuten oder Änderung der Umweltbedingungen, wobei Letzteres meist nicht möglich ist, da wesentliche Komponenten nicht unter Kontrolle stehen.

Ein wichtiger Aspekt hier nur am Rande: Soziale Systeme werden als spontan entstandene Ordnungen diskutiert – zwar im Ergebnis menschlicher Handlungen entstanden, nicht aber auf Basis menschlicher Planung.

Fredmund Malik: Strategie des Managements komplexer Systeme. Ein Beitrag zur Management-Kybernetik evolutionärer Systeme, Haupt Verlag, 2006. Gebundene Ausgabe, 589 Seiten. ISBN: 978-3258071169