2007-02:Lebensmittel-Kooperative gegründet

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Magdeburger Umsonst-Netzwerk wächst:

Lebensmittelkooperative gegründet

fb In Magdeburg ist aus dem Umfeld der “Initiative gegen die Vernichtung von Lebensmitteln” eine neue Kooperative gegründet worden. Den Initialfunken bildete eine erfolgreiche Unterstützungsanfrage bei einer regionalen Bäckerei, die es nun notwendig machte, sich zu koordinieren, um die jetzt regelmäßig kostenlos erhältlichen Brote abzuholen.

Idee ist ein vielschichtiges Netzwerk von Menschen, die Lebensmittel (und anderes) organisieren und sich austauschen wollen. Ziel ist es, sich bei möglichst niedrigem Aufwand möglichst gut selbst zu versorgen. Wer beim Containern z.B. sehr viele Bananen findet, kann die auf weitere Menschen verteilen. Ebenso kann mensch mitteilen, wenn Bedarf an etwas besteht, was vielleicht andere haben. Außerdem sind viele Dinge einfacher zu organisieren, wenn mehrere Leute beteiligt sind. Zum Beispiel hochwertige Öko-Lebensmittel von Biofirmen zu schnorren bzw. langfristige Connections aufzubauen, wo mensch sich dann wieder die Abholung einteilt.

Die Ideen der Lebensmittelkooperative stecken noch in den Kinderschuhen. Überlegt wurden miteinander abgesprochene Container-Touren, Aufstrich-Kochen, Gratis-Anfragen bei Bio-läden, Spenden-Mailings an Biofirmen, die Veranstaltung von Volxküchen und Aktionen gegen Lebensmittelvernichtung und die dahintersteckende Herrschaftslogik. Davon läuft bisher regelmäßig nur die Brot-Connection. Hier waren bisher ein halbes Dutzend Menschen aktiv beteiligt, die die Brote vom Vortag (also noch völlig frische Nahrungsmittel) abholten und an die verschiedenen Projekte und Menschen verteilten. Nur zweimal klappte diese Koordination bisher nicht - eines davon war die “heiße” G8-Phase, wo einfach kaum Leute in Magdeburg waren.

Technische Hilfsmittel für die Vernetzung sind eine Mailingliste und ein passwortgeschütztes Wiki. Auf letzterem werden Termine koordiniert und Container-Erfolge dokumentiert. Das Wiki soll schrittweise zu einem Nachschlagewerk für erfolgreiches Containern (mit detaillierten Standort-Informationen) und Spenden-Anfragen bei Firmen werden. Der Passwortschutz wurde als sinnvoll erachtet, um der Gegenseite - vor allem den lebensmittelvernichtenden Supermärkten - die Verhinderung der ”Lebensmittelpiraterie” nicht allzu einfach zu machen.

Einige AktivistInnen planen eine Veranstaltungsserie im Magdeburger Umsonstladen zum Thema Gratisökonomie. Dort soll es dann testweise über einige Wochen gratis organisierte Lebensmittel in Verbindung mit dem Aufruf sich an deren Beschaffung zu beteiligen, geben. Verschiedene Abende sollen über Ideen der “Selbstorganisation in Alltag und Politik” informieren und zum Mitwirken einladen. Diese Veranstaltungsphase soll auch Anlass für gezielte koordinierte Container-Aktivitäten sein, die selbst wiederum zu regelmäßigeren Touren und Austauschen unter den AktivistInnen führen könnten.

Die Initiative gegen die Vernichtung von Lebensmitteln erhält mehrfach im Monat Anfragen von JournalistInnen, die über das Thema “Containern” Reportagen machen wollen. Da diese Anfrageflut - selbst nach der Aussortierung arroganter Medienkontakte - kaum zu bewältigen ist, werden solche Nachfragen häufiger auch an die Kooperative weitervermittelt. Dies kann beispielsweise mediale Unterstützung bei den schon länger geplanten Aktionen vor ausgewählten, besonders auffälligen Lebensmittelvernichtern (z.B. Rewe in der Hopfenbreite, Netto in der Schönebecker Str.) bedeuten.

Unterstützung und Beteiligung ist willkommen. Die Kooperative soll sich aus Menschen zusammensetzen, die in irgendeiner Form aktiv werden und damit die Organisation von Dingen für den Lebensbedarf erleichtern wollen. Beispiele: Kochen bei den freitäglichen Volxküchen im Thiembuktu, Containern, das so gewonnene Gemüse säubern, Lebensmittelspenden erfragen, Aufstriche und Marmeladen aus diesen zubereiten, Aktionen machen, Geld für zusätzliche, schwierig gratis zu bekommende Lebensmittel organisieren, Brote abholen, weitere Gratis-Connections aufbauen.

Kontakt zur Lebensmittelkooperative:
magdeburg ÄTT projektwerkstatt.de[1]

Fußnoten

  1. Zum Schutz vor automatischen Mailadressen-Robots, die nach Adressen suchen und diese dann mit Spam-Mails überfluten, ist diese Mailadresse für diese Robots unleserlich formatiert. Um eine korrekte Mailadresse zu erhalten muss ÄTT durch das @-Symbol ersetzt werden.