2007-02:Braunkohle schützt das Klima

Aus grünes blatt
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Braunkohle schützt das Klima (nicht)

fb Nach der mehr Flugverkehr-schützt-das-Klima-Propaganda der Lufthansa in der vorherigen SPIEGEL-Ausgabe (siehe Kommentar "Die größte Klimalüge der Lufthansa", S. 14), setzt RWE im SPIEGEL Nr. 23/2007 nochmal einen drauf: Braunkohle soll jetzt auch zum Klimaschutz beitragen.

Die Konzernstrategien beider Anzeigen sind übereinstimmend: etwas allgemein als klimaschädliches wird in ein grünes Kleidchen zu packen versucht. Das ist bei der Lufthansa der Flugverkehr, der zu den folgenschwersten Treibhaus-Machern gehört, bei RWE nun der Neubau von Braunkohlekraftwerken. Nur gelingt es der Lufthansa etwas besser ihre absurde Propaganda zu verschleiern, da sie mit dem Feld "Flugsicherung" ein für viele Menschen unklares Gebiet zur Argumentation heranzieht und erst in den letzten Zeilen durchblicken lässt, was sie wirklich will.

RWE zeigt sich unverhüllt dreist: Den Start in ein neues Energiezeitalter nennt der Klima-Macher den Bau neuer Braunkohlekraftwerke. Statt das Auslaufen der alten Dreckschleudern zum Anlass zu nehmen, auf regenerative En Energien umzusteigen, brüstet sich RWE damit, die CO²-Emmissionen ihrer Anlagen um gerade mal 30% senken zu wollen. Das ist doch schon mal was, mag mensch da zunächst denken. Diese "Investitionen" betonieren die Energieversorgung der nächsten Jahrzehnte erneut, denn kein kapitalistisches Unternehmen wird freiwillig auf den Betrieb seiner Anlagen verzichten. Jetzt wäre der Zeitpunkt, massiv erneuerbare Energien zur Abdeckung der durch den Wegfall der alten Dreckschleudern entstehenden Energiebedarfs zu decken. RWE blockiert diesen Wandel und beschönigt das auch noch als "Klimaschutz".