2007-01:ParallelWelten - Jugendliche und Umweltbildung

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ParallelWelten - Jugendliche und Umweltbildung

fb Dieses Buch soll Antworten auf die Frage geben, warum Jugend und Umwelt parallele Welten zu sein scheinen, warum diejenigen, um deren Zukunft es geht, sich erfolgreich der Auseinandersetzung darüber verweigern. Aus dieser Fragestellung ist auch der umweltpädagogische Ansatz herauszuhören. PädagogInnen (und UmweltschützerInnen) wünschen, dass "die Jugend" sich mit bestimmten Dingen auseinandersetzt und vorher festgelegte Lernziele erreicht werden. Mensch könnte fragen, warum immer wieder "von oben" - in diesem Falle von seiten der PädagogInnen - scheinbare here Ziele anvisiert werden und nicht auf selbstbestimmte Politikweisen gesetzt wird. Aber gerade im Bereich der Umweltpädagogik scheinen solche Diskussionen schwer führbar zu sein.

Positiv fällt dieses Buch aus der Reihe, indem es bewusst nicht die übliche ökopädagogische Sichtweise übernimmt, sondern einen kritischen Blickwinkel verwendet. Leider bezieht sich die Tagung, auf der die hier veröffentlichten Texte beruhen, positiv auf die Agenda21 und macht die "andere Sichteweise" von deren Ideen abhängig. Was die meisten Agenda21-PropagandistInnen gar nicht wissen, wenn sie dieses Werk der Mächtigen anpreisen, ist, was in dem schwer lesbaren Wälzer wirklich steht. Zum Beispiel die Forderung nach dem Ausbaus der Atomindustrie und positive Positionen zur Gentechnik. Es geht nicht um Mitbestimmung der Menschen, sondern um moderne Verwaltung, die besonders die Wirtschaft in ihre Entscheidungen einbezieht und den BürgerInnen Gestaltungsmöglichkeiten vorgaukelt. Sehr schade, dass auch von den Autoren dieses Buches die Propaganda für die Agenda21 unkritisch übernommen wird.

Stefan Lutz-Simon, Richard Häusler (Hrsg.): ParallelWelten - Jugendliche und Umweltbildung. oekom verlag, München 2006. 80 Seiten, 19,80 EUR. ISBN 3-86581-016-0