2007-01:Der Dieb, der nicht zu schaden kam

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Der Dieb, der nicht zu schaden kam

fb Ein Dieb geht seinem Job nach. Plötzlich klingelt das Telefon. Erschrocken reagiert Angelo Tornati darauf, beruhigt sich dann aber doch, bis er bemerkt, dass seine Ehefrau am anderen Ende ist. Aber dies soll nicht die einzige Störung an diesem Abend bleiben. Nach und nach entsteht ein von Lügen und Täuschungen begleitetes LiebhaberInnen-Wirrwarr, da alle versuchen ihren angeheirateten PartnerInnen etwas vorzumachen, um von ihren Liebschaften abzulenken. Tornati muss dazu immer wieder herhalten, da er unglücklicherweise in der Wohnung von dem ersten "fremdgehenden" Pärchen ertappt wurde.

Das Stück ist aufgeladen mit klischeehaften Vorstellungen von Beziehungen und Verhältnissen, durchzogen von offensichtlich unehrlichen Moralvorstellungen und heterosexuellen Zuordnungen. Die Verwechslungskomödie löst zwischendurch immer wieder Lacher aus, entpuppt sich zuletzt aber als schrecklich klischeeverstärkend. Das Abschlusslied "Du kannst nicht alles haben" bezieht sich eindeutig auf die zuvor gezeigten Verhältnisse und reproduziert ohnehin schon präsente Vorstellungen von Liebesbeziehungen und dass es nur Probleme bringt, mit mehreren Menschen gleichzeitig Verhältnisse einzugehen.

Eine Darstellerin bezeichnete das Theater als "politisches Stück". Davon war wenig zu spüren, wenn nicht unterstellt werden soll, dass die Botschaft am Ende politisch motiviert gesetzt wird. Möglicherweise ist das Original des Autors Dario Fo tatsächlich politisch in dem Sinne, dass die Verlogenheit der Führungsschicht (bis auf den Dieb und seine Ehefrau gehören alle Figuren dieser an) dargestellt und lächerlich gemacht wird. Solches zu vermitteln gelang der Theatergruppe allerdings nicht.

  • Dario Fo: Der Dieb, der nicht zu Schaden kam
  • aufgeführt am 17. Januar in der Waggonhalle Marburg (ONStage e.V.)