2007-01:Baumbesetzung gegen Straßenbau

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LG: Baumbesetzung gegen Straßenbau dauert an

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7,7 Millionen Euro für 200 Meter Straße! Bäume weiterhin besetzt. Viel Unterstützung

In der Nacht zu Donnerstag den 4. Januar 2006 kletterten zwei UmweltschützerInnen in den Bäumen an der Reichenbachbrücke, um die Rodung zu erschweren und ihren Protest gegen die Verkehrspolitik der Stadt Lüneburg zum Ausdruck zu bringen. Sie brachten ein Tranparent mit dem Aufschrift „ Lüneburg: AUTO-ritäre Stadt – Kopf benützen, Bäume schützen, Bäume nützen“ an. Seit über einer Woche dauert jetzt die Besetzung an- trotzt kaltem Wind und Regen. Die Beteiligten sind zufrieden. „Wir haben die Öffentlichkeit mit unserem Protest erreicht. Die Stadt konnte uns nicht ignorieren und hat ihre eigene Pressemmitteilung geschrieben, um sich zu rechtfertigen.“ Erklärte eine Besetzerin. Und sie fährt fort: „Aber wir bleiben entschloßen. Es geht um mehr als eine Eiche. Wir wollen ein klares Zeichen gegen die gesamte Verkehspolitik der Stadt Lüneburg setzen. Ein Ausbau der Brücke bedeutet mehr Verkehr, mehr Belästigung, ... Das ist ein Teufelskreis. Wenn die Eiche stehen bleibt, kann die Brücke nicht ausgebaut werden."

Und der Protest geht weiter: Die UmweltschützerInnen bekommen viel Unterstützung von PassantInnen, die sie mit Nahrungsmitteln und Material versorgen. Die Umweltschutzorganisation ROBIN WOOD unterstützt die Aktion seit Freitag. Es wurden außerdem Flügblätter verteilt. Am Sonntag wurde das „Lager“ in den Bäumen ausgebaut, die BaumbesetzerInnen machen sich gemütlicher. Das Ende der Aktion steht noch offen. „Wir bestimmen selber wie lange wir in den Bäumen bleiben. Wir werden die Aktion notfalls wiederholen. Auch gegen den Bau der Autobahn A39 ist mit Widerstand unsererseits zu rechnen.“

Die Stadt behauptet, es könne noch Montate dauern, bis die Eiche gefällt werde. Die kleineren Bäume auf der anderen Uferseite wurden jedoch schon am Dienstag Vormittag unter Polizeischutz gefällt. Zivil und uniformierte Beamte kommen immer wieder vorbei. Die Aktion bringt tatsächlich Sand ins Getriebe.

Zum Hintergrund

Trotz zahlreicher Alternativen, die von den Umweltverbänden NABU, BUND und vom Arbeitskreis Lüneburger Altstadt (ALA) vorgeschlagen wurden, hält die Stadt Lüneburg an dieser städtebaulichen und verkehrspolitischen Katastrophe fest: Eine VIERSPURIGE Straße vom Schifferwall bis zur Reichenbachbrücke am Rande der Altstadt, einschl. Fuß- und Radwege 21 Meter breit! Schon jetzt wirken Reichenbachstraße/-brücke und der Schifferwall wie eine Barriere am Rande des historischen Wasserviertels. Die Verkehrsbelastungen sind bereits jetzt an der Grenze des Zumutbaren, alte denkmalgeschützte Häuser weisen armdicke Risse auf. Mit Hilfe millionenschwerer Zuschüsse vom Land Niedersachsen wird diese Politik durchgeführt: Breitere Straßen für noch mehr Verkehr, Lärm, Abgase, Feinstaub und Erschütterungen.

Ort des Geschehens: Bäume an der Reichenbach Brücke, am Bastion.
Unterstützung in den Bäumen oder „Bodenunterstützung“ ist immer willkommen.

Letzter Stand

Der Baum wurde am 15.01.07 geräumt. Unter Einsatz einer Spezialeinheit der Polizei wurden die AktivistInnen gegen 15:30 aus dem Baum geholt. Die Polizei 'nutzte' dabei massiv körperliche Gewalt (insbesondere außerordentlich brutales Zerren an Körperteilen und Verdrehen von Gelenken), um die friedliche Baumbesetzung zu beenden.

Während der Räumung kam mehrmals die Kettensäge zum Einsatz um den Hubkorb mit den Spezialtruppen näher an die im Baum gesicherten AktivistInnen heranzuführen. Begleitet wurde die Räumung durch den lautstarken Protest einiger UnterstützerInnen sowie durch Anwohner, welche ebenfalls nicht am Bau der vierspurigen Trasse interessiert sind.