2006-02:Europas Atomerbe

Aus grünes blatt
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Europas Atomerbe

fb Was besagt der EURATOM-Vertrag und steht er dem Atomausstieg im Weg? Wieviele Reaktoren laufen in der EU und den Beitrittsländern? Wie groß ist das atomare Erbe, das durch sie produziert wird? Welche Entsorgungskonzepte verfolgen die einzelnen Staaten Europas? - Diese und andere Fragen zur Atomkraft in Europa kannst du im Projekt “Europas Atomerbe” verfolgen. Wir wollen recherchieren, Aktionen machen, Infomaterialien erarbeiten, Anlagen besichtigen. Und deine Beteiligung fehlt uns gerade noch!

Wir stehen bereits in Kontakt mit AktivistInnen in Italien, Frankreich, Österreich und Finnland. Unser Plan ist zusammen mit diesem am Projekt zu arbeiten. Dazu werden wir beispielsweise Atomanlagen in anderen Ländern - und auch in der BRD - besichtigen und die Aktivitäten der Partnerorganisationen kennenlernen. Konkret geplant sind derzeit die Besichtigung des geplanten finnischen Endlagers und eines Atomreaktors des skandinavischen Landes zusammen mit Menschen des finnischen Naturschutzverbandes im Frühjahr und etwas später eine Fahrt zum umstrittenen französischen Endlagerstandort Bure.

Zusammen mit Menschen in anderen Ländern wollen wir über die Gefahren der Atomkraft informieren und uns für den Sofortausstieg aus der Atomkraftnutzung im militärischen wie auch im sogenannten “zivilen” Bereich einsetzen. Dazu wollen wir uns vernetzen. Das bietet nicht nur jede Menge Potential, andere Aktionsformen kennenzulernen und sich anzueignen, sondern ist auch sehr spannend, da der Umgang mit der Atomkraft regional sehr unterschiedlich ist. Während in Frankreich der überwiegende Teil des Stroms aus Atomreaktoren kommt und die Anti-Atom-Bewegung relativ klein ist, gibt es z.B. In Österreich gar keine solchen Kraftwerke und selbst die Regierung vertritt Anti-Atompositionen. In der BRD sind die Endlagerstandorte zum Teil (beispielsweise in Gorleben) heiß umkämpft, in Finnland dagegen scheinen kaum Leute ein Problem damit zu haben. Wieso das so ist und wie uns das Kennenlernen dieser unterschiedlichen Verhältnisse in unserer politischen Arbeit helfen kann, gilt es zu erkunden.

Wie hoch sind die Krebsraten in der Bevölkerung rund um Atomanlagen? Wo gibt es die meisten Unfälle? Und welche Konsequenzen hat das? - Wenn mensch genau hinsieht, treten erschreckende Daten zutage. Tödliche Atomunfälle geschehen auch in Europa und mehrfach sind nukleare Anlagen um Haaresbreite an einem GAU vorbeigeschlittert. Dieses Wissen zusammentragen und bekanntermachen kann helfen, breite Bevölkerungsschichten zu sensibilisieren. Viele Menschen und Gruppen sind ja bereits gegen Atomkraft aktiv; mit diesen wollen wir in Kontakt kommen, um uns gegenseitig zu unterstützen.

Ganz konkret soll es beim Endlager Morsleben - der Atommüllkippe der ehemaligen DDR - werden. Welche Sicherheitsrisiken sind bekannt? Warum wird die Anlage trotzdem betrieben? Wie gingen die WissenschaftlerInnen und PolitikerInnen der DDR mit dem Wissen um die Gefahren um, was tun diese heute? Das Endlager soll schon lange stillgelegt werden, der Salzstock ist akut einsturzgefährdet. Die verantwortlichen Behörden weigern sich mit Details über das geplante Stilllegungskonzept rauszurücken und vertrösten auf einen unbekannten Auslegungstermin der Unterlagen irgendwann in der Zukunft. Wir wollen Öffentlichkeitsarbeit betreiben und Druck auf Politik und Behörden machen.

Aber vor allem ist unser Projekt noch offen für deine Ideen! - Unser Ziel ist eine tiefere inhaltliche Auseinandersetzung mit der Atomkraftnutzung - über den deutschen Tellerrand hinaus. Wir wollen informieren und aktiv werden. Innerhalb dieses Rahmens kannst du eigenen Interessen nachgehen, eigene Projekte aufziehen und zusammen können wir so ein Stückchen dazu beitragen, dass der Produktion des gefährlichen Atommülls endlich ein Ende gesetzt wird.

Für den Druck von Plakaten, Postkarten und Faltblättern und einiges mehr haben wir finanzielle Unterstützung vom Programm JUGEND der Europäischen Union erhalten. So können wir auch einen Großteil der Fahrtkosten nach Finnland abdecken. Du kannst also gleich aktiv werden.

Und für vieles wird noch Hilfe gebraucht: beim Recherchieren und Layouten, beim Einrichten und Ausbauen der Internetseite, beim Organisieren und PolitikerInnen ansprechen. Wir wollen uns auch zwischendrin immer mal wieder treffen, um Ideen für das Projekt zu diskutieren und uns dazu abzusprechen. Die meisten Aktivitäten sind aber von überall aus möglich, du musst also nicht aus einer bestimmten Stadt oder Region kommen. Wenn du interessiert bist, melde dich doch bei uns unter europas-atomerbe ÄT greenkids.de[1] oder telefonisch unter +49 391-72 72 657.



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