2005-01:Baut die Schulen ab, damit wir lernen können

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Baut die Schulen ab, damit wir lernen können

bvu Lernen ist ein kreativer Prozess. Ich entdecke eine interessante Frage und begebe mich auf die Suche nach der Antwort. Ich suche Unterlagen, tausche mich mit anderen Menschen aus und forsche. Irgendwann gerate ich an einen Punkt, an dem ich mit diesem selbstbestimmt angeeigneten Lernstand zufrieden bin, oder das Thema läßt mich nicht mehr los.

Dann gibt es das, was normalerweise als Schule bezeichnet wird. Junge Menschen müssen hierzulande zwangsweise dort anwesend sein. Ein paar ältere Menschen sagen ihnen dann was sie lernen sollen oder stellen ihr Wissen (bei einigen "freien" Schulen) den "Schülern" zur Verfügung. Von selbstbestimmtem Lernen kann keine Rede sein. Eingequetscht zwischen Altershierarchien und Zwangsaufenthalt wird ein fremdbestimmter Lehrplan eingetrichtert. Feste Unterrichtszeiten, frühes Aufstehen und Benotung disziplinieren und normieren die jungen Menschen. Das Ziel ist die Schaffung von Humankapital, welches den größtmöglichen wirtschaftlichen Nutzen bringt. Heraus kommt dann ein Mensch, der mit dem Ende seiner Unmündigkeit zu einem unmündigen Bürger wird. Diese Erziehungsanstalten in Frage zu stellen, hieße diesem Staat sein wichtigstes Standbein zu entziehen.

Was fehlt sind freie Lebens- und Lernorte an denen jede/R alltäglich den Lerninteressen nachgehen kann. Unabhängig vom Alter und der wirtschaftlichen Verwertbarkeit. Voneinander und miteinander lernen und leben. Gemeinsam interessanten Fragestellungen nachgehen. Vorhandenes Wissen und Fertigkeiten genauso wie Fragen kundtun. Ein lebenswertes Miteinander ist ein gleichberechtigtes kreatives. Freie Lernprozesse, die nicht zweckgerichtet sind, könnten die Basis dessen darstellen. Die Erziehungsanstalten, die sich da Schule nennen, sind eher hinderlich. Erst recht,wenn der Besuch derselbigen eine Zwangsveranstaltung darstellt. Darum sollten sinnigerweise selbige abgebaut und Freiräume aufgebaut werden. Wir brauchen keine Leerpläne, wissen selber was gut für uns ist und was wir von wem wie lernen wollen. Kreative direkte Aktionen an Schulen und sonstigen Erziehungsorten machen Spaß, helfen aus der Zwangsschülerrolle zu entkommen und können der erste Schritt in Richtung Eigenständigkeit sein. Egal, ob Zeugnisse verbrannt werden, schulfrei ausgerufen wird, die Schule zum Knast umgeformt oder anderweitig verschönert wird (Siehe auch: www.de.anarchopedia.org/index.php/ Projekte:Schulaktionen). Hauptsache es entstehen Debatten über Schule, Alternativen und Selbstorganisation im Alltag.

Damit das alles keine hohlen Phrasen sind, sondern dem auch Praxis folgt, wollen wir uns vom 30. September bis 3. Oktober in der Offenen Uni Berlins zu einem Bildungskritischen Aktionstreffen zusammenfinden. In einem open space kann dann überlegt werden, wie, wann und wo was getan wird, um eine freie Bildungslandschaft zu gestalten. Die Vorgaben dieses Treffens sind nicht konkret, damit sich alle Interessierten einbringen können. Es sollen örtliche Projekte und Aktionen aufgebaut und unterstützt werden. Einerseits sollen kreative direkte Aktionen zu Schulkritik und Kinderrechten laufen, andererseits sollen Freiräume aufgebaut werden. Mitmachen kann da jede/R.

bildung-von-unten ÄT magdeburg.gruenes-blatt.de[1]


  1. Zum Schutz vor automatischen Mailadressen-Robots, die nach Adressen suchen und diese dann mit Spam-Mails überfluten, ist diese Mailadresse für diese Robots unleserlich formatiert. Um eine korrekte Mailadresse zu erhalten muss ÄTT durch das @-Symbol ersetzt werden.